Transaktionales orientieres Vorgehen
28. Mai 2008 von Karsten Sauer
Es ist schon erstaunlich, wieweit man in der IT-Branche durch die Funktionsweise der Systeme, denen man so in seinem Alltag begegnet mitunter verinnerlicht. Ich habe mir mittlerweile eine Verhaltensweise angewöhnt, die ich als ‘Transaktional orientiertes Vorgehen’ bezeichne. Heisst: Wenn ich etwas anfange, und sich auf dem Weg zu Vollendung der Aufgabe Unteraufgaben ergeben erledige ich diese erst vollständig, bevor ich zur Vollendung der Hauptaufgabe übergehe.
Dies hat heute folgende Züge angenommen:
Beim Blick in die Küche drängt sich auf, dass wieder einmal der Abwasch erledigt werden muss. Da ich es nicht mag allein in meiner Wohnung in Stuttgart zu sein, wenn es still ist beschließe ich, Musik anzustellen. Aber wenn ich schon einmal diese seltene Tätigkeit ausübe darf es nicht irgendeine Musik sein! Nein, ich will Mangu hören. Da mir die Dynamik (oder deren Abwesenheit) der PC-Lautsprecher für die Unterhaltung in der Küche nicht reicht, beschließe ich Mangu auf der Anlage laufen zu lassen. Hierfür muss ich die CD zunächst rippen. Und: Nein, einfach die CD einzulegen hätte dem Nebenneben-Thread, Sicherzustellen, dass ich Mangu auf unterwegs immer dabei habe nicht genügt. Also muss ich die DVR des Archos (Achtung: Link-Zusammenbau-Arie-wie-oben) irgendwie mit meinem Verstärker verheiraten.
Hierzu sind jedoch alle vorhandenen Kabel zu kurz, da ich die DVR kurz zuvor in der Nähe meines PC am anderen Ende des Wohnzimmers platziert habe, um ihn an einer Stelle der Wohnung sowohl zum Abspielen als auch zum Beladen mit neuen Daten zu haben. Also heisst es Abmarsch in das nächste Fachgeschäft (nein, hierfür kein Link) und ein entsprechendes 15m Kabel quasi im Tausch gegen mein mitgenommenes Leergut gekauft. Der Anschluß des Archos bedurfte wiederum einige Tricksereien und Rochaden mit anderen Kabeln, um alle Adern in erforderlicher Länge zur Verfügung zu haben.
Es ist vollbracht und nebenbei gebloggt. Im Hinergrund erklingt ‘Sin ti‘ und ich bin auch nun mit diesem Post fertig und stelle ich online. Und dann geht es nun doch *seufz* in die Küche. Ich werde das Gefühl nicht los, dass diese ganze Sorgfalt, incl. des Bloggens dieser ganzen Arie etwas mit der vor mir her geschobenen Tätigkeit zu tun hat. Aber solange man während des nicht allzu weit in die Länge gezogenen vor-mir-her-Schiebens so viel erledigt bekommt ist das doch schon wieder was gutes, oder? Hauptsache man kann jede zu jeder einzelnen Untertransaktion das ‘commit work’ aussprechen und hat am Ende alle Klammern geschlossen, richtig?
Zusammengefasst liest sich das ganze so:
[abwasch]
-[musik anstellen]
–[musikauswahl]
—[Mangu rippen]
—-[Archos DVR an Verstärker]
—–[Leergut zurückbringen]
——[Kabel kaufen]
——-[Tricksereien und Rochaden mit Kabeln]
——–[bloggen]
——–[/bloggen]
——-[/Tricksereien und Rochaden mit Kabeln]
——[/Kabel kaufen]
—–[/Leergut zurückbringen]
—-[/Archos DVR an Verstärker]
—[/Mangu rippen]
–[/musikauswahl]
-[/musik anstellen]
[/abwasch]
Beim Bloggen dann wieder dieser kleine Nebenthread:
Mangu im Post erwähnt, also verlinken. Bei Amazon gefunden. Wenn verlinken, dann aus Prinzip über unser Affiliate, also erst mal den Affiliate-Link bauen. Dann einfügen. Weiter im Text. Das liest sich dann so:
[Mangu erwähnen]
-[verlinken]
–[per Amazon-Affiliate verlinken]
—[Standard-Link suchen]
—-[Standard-Link anpassen (ISIN einfügen)]
—-[/Standard-Link anpassen (ISIN einfügen)]
—[/Standard-Link suchen]
–[/per Amazon-Affiliate verlinken]
-[/verlinken]
[/Mangu erwähnen]
So richtig Nerv auf Abwaschen habe ich jetzt aber so eiigentlich nicht mehr… Schaumerma - wäre schade um die vielen Verschachtelungen, deren Parents nicht geschlossen würden. Also los!!!
