Inhaltsregeln auf Twitter? Pah!

pahHeute morgen bin ich einmal wieder über eine Aussage bzgl. Twitter gestolpert, bei der ich mein mittlerweile liebgewonnenes ‚Pah!‘ ausrufen musste. Sinngemäß wurde die Formulierung verwendet ‚… ist nicht, wofür Twitter gedacht ist…‘.

Leute, hat denn der letzte noch nicht begriffen, dass Twitter keinem über das Austauschen von Kurznachrichten hinausgehenden Zweck ‚gedacht‘ ist? WIR machen Twitter. Twitter entwickelt sich in die Richtung, in die es seine User fordern und annehmen. Klar gibt es Kontroversen, wie zuletzt bezüglich der Änderung in der Anzeige von @replies. Aber alles andere entwickeln letztlich wir, die Twitterer.

Und die Regel, die dort herrschen machen wir selbst und sie sind informell und alles andere als festgelegt. Vor ein paar Monaten haben ein paar Twitterer verkündet, dass es verwerflich sei, jeden Tag einen guten Morgen zu wünschen – was für ein Quatsch! Solche Grüße, wie auch der Gutenachtwunsch sind die soziale Schmiermittel, ohne die das miteinander ein Stück kühler und hakeliger wäre.

Ergo: Lasst euch von niemandem spezielle inhaltliche Twitter-Regeln aufschwätzen. Es gelten die Regeln des Anstands, des Stils etc. wie im direkten Miteinander auch, sonst nix. Wem es nicht gefällt, der suche den Remove-Button oder bediene sich der Mute-Funktion einschlägiger Tools.  Einzig syntaktische Regeln sehe ich als sinnvoll an (Retweets im Sinn unverändert lassen etc.)

  14 comments for “Inhaltsregeln auf Twitter? Pah!

  1. 10. Juli 2009 at 11:02

    Twitter ist ein Web-Dienst … ein Tool. Tool ist ja das englische Wort für Werkzeug. Wie zum Beispiel ein Schraubenschlüssel. Ich wiederum habe auch schon mal eine Flasche Bionade mit einem Schraubenschlüssel aufgemacht und habe selbst auch schon Menschen Bierflaschen damit öffnen sehen. Und wo waren da die Entrüsteten dieser Welt? Irgendwas mit „… ist nicht, wofür ein Schraubenschlüssel gedacht ist…“ hätten sie rufen müssen! Aber nein … es herrschte Schweigen im Walde. Und sogar in der Werkstatt herrscht schweigen, wenn eine Flasche mit einem Schraubenschlüssel geöffnet wird. Oft werden diese Flaschen sogar von Profis zum Öffnen von Flaschen missbraucht. Wie Twitter …

  2. heinzkamke
    10. Juli 2009 at 11:18

    @zellmi:
    Du als Profi öffnest Flaschen mit Twitter? ;-)
    (sorry, ich hab versucht, meine Finger zurück zu halten, aber es ging einfach nicht…)

    Ansonsten natürlich Zustimmung.

  3. Andreas Liebhart
    10. Juli 2009 at 11:26

    Das ist ja grade das Gute an Twitter, dass die Nutzer sich Sachen einfallen lassen, die weite über das hinausgehen, was sich die Twitter-Erfinder vorstellen konnten. Twitpics, Hashtags usw.

    Ich erdreiste mich, in diesem Sinne auch ein „Pah!“ zum Besten zu geben :-)

  4. 10. Juli 2009 at 11:29

    @Andreas: Vergiss nicht die Twemes! #toplügen war der Hammer damals!

  5. frau_one
    10. Juli 2009 at 12:15

    Ach, Herr Sauer, du sprichst mir wieder einmal sowas von aus der Seele…
    Danke! Danke! Danke! :)
    P.S. PÖH! ;)

  6. 10. Juli 2009 at 12:20

    Es gibt keine Inhaltsregeln auf Twitter!
    Einfach mal den Dödel auf den Tisch legen ohne gleich ausgelacht zu werden – feine Sache! Das geht in Twitter ziemlich einfach, und deswegen mache ich es einfach! So.

  7. 10. Juli 2009 at 12:26

    Natürlich gibt es auch auf Twitter „Regeln“ (ungeschriebene). Aber – und das ist der Unterschied – diese werden nicht von Aussen diktiert, sondern einfach von den Usern in Kraft gesetzt. Regeln ist vielleicht das falsche Wort, die Allgemeinheit der User verständigt sich halt auf ein gemeinsames Vorgehen.
    In diesem Sinne muss es aber erlaubt sein, dass der ein oder andere mal laut über das allgemeine vorgehen nachdenkt und einen Gedanken äußert, ohne dass gleich jemand „Regelpapst“ brüllt ;-)

  8. 10. Juli 2009 at 12:49

    Da ich davon ausgehe, dass du dich auf mein Post beziehst, sag‘ ich doch mal was dazu. ;-)

    Ich bin der letzte, der Twitter reglementieren oder allgemeine Benimmregeln definieren möchte. Ich habe mich auf die Sitte bezogen am Follow Friday wiederkehrend, Woche für Woche, die gleichen Leute zu empfehlen, die über ihre geschützten Accounts in der Regel im überschaubaren Kreis agieren. Das war weder ein Affront gegen diejenigen gedacht, die Twitter auf diese Art nutzen noch gegen diejenigen, die aus welchen Gründen auch immer ihren Account schützen.

    Wortwörtlich habe ich geschrieben „Qualität statt Quantität. Das entspricht nämlich dem eigentlichen Sinn von Twitter.“ Twitter ist eben auf 140 Zeichen beschränkt, das haben die Macher bewusst so festgelegt um nicht eine weitere Blogplattform oder ein Diskussionsforum zu schaffen. Auch wegen der Entwicklung, dass die Benutzer Twitter (auch) als Diskussionsplattform verwenden (mich eingeschlossen) wurde das @reply angepasst, um diesen Overhead an Information vor denen auszublenden, die sich nicht dafür interessieren. Das hat Nachteile, aber eben den Vorteil, dass es um’s wesentliche geht.

    Beim Follow Friday in der von mir beschriebenen Form geht’s aber nicht mehr um’s wesentliche. Das heisst nicht, dass die Leute per se nicht interessant sind, nur dass ein grosser Teil der von ihnen geposteten Tweets für manch einen (z.B. mich) nicht relevant ist.

  9. 10. Juli 2009 at 13:10

    Was mir an Twitter so gefällt, ist gerade der Umstand, dass es (außer der Textbegrenzung) KEINE vorgegebenen REGELN gibt.

    Sicherlich gibt es einiges zu beachten (siehe hierzu z.B. mein Gratis-E-Book „Twitterwissen“ – http://u.nu/8d79 ), man kann sich dumm anstellen oder diesen Mikroblog intelligent benutzen – doch in welchem Bereich gilt das nicht?

    Ich jedenfalls rufe ein lautes Hippipp-Hurra auf Twitter aus!

    Benno

  10. 10. Juli 2009 at 14:08

    @erik
    >Ich bin der letzte, der Twitter reglementieren oder allgemeine Benimmregeln definieren möchte.
    Ei, das weiß ich doch. Drum habe ich mich im Kommentar bei Dir auf das Thema Protected Accounts beschränkt.

  11. 23. September 2009 at 23:34

    word. the medium is the message and people make social media (think about that. it’s a brain twister).

  12. 5. Oktober 2009 at 21:56

    Jajaja!!! Sag ich doch. ;-))

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