Gowalla, Foursquare und co.

Brightkite war für ja mich der erste Service, den ich location-basiert genutzt habe. Neben all dem Alltäglichen, was man so in die Timeline schreibt war so auch bequem die Info möglich ‚Und hier treibe ich mich rum‘. Davor war der Aufenthaltsort ja eher ein Hintergrundthema.

Entering Gowalla. Mit Gowalla kam das erste mal eine spielerische Variante ins Spiel, womit man mich natürlich locker ködern kann. Gowalla fügt dem Einchecken in Spots eine Geocaching-Komponente hinzu, die – zumindest am Anfang – richtig Spaß gemacht hat. Man findet am einen oder anderen Spot neue Items, oder kann solche, die man schon gesammelt hat gegen dort vorgefundene tauschen. Ziel ist es, von jedem Item eines in seinen ‚Vault‘, eine Art Abstellkammer zu packen. Man kann auf der Website nachsehen, welche einem noch fehlen. Was bei Vollständigkeit passiert ist unklar. Das hat dazu geführt, dass manch User anfing beim Flanieren auf einer Einkaufsstraße in jedem Geschäft einzuchecken, um dort Items zu sammeln. Das geht natürlich nur, wenn es diese Geschäfte schon als Spots angelegt sind. Schummeln war nicht, da Gowalla ausschließlich über GPS (bzw. die Orting des WLANs, in dem man eingeloggt ist).

Aber das Item-Sammeln macht mittlerweile keinen Spaß mehr, weil entweder keine / kaum mehr neue Items herumliegen.

Entering Foursquare. Auch hier geht es im das Anlegen von und Einchecken bei Spots (‚Venues‘). Nur gibt es hier keine Items zu sammeln sondern Punkte. Für verschiedene Aktionen gibt es eine unterschiedliche Anzahl Punkte. Aber der eigentliche Spaß beginnt dort, wo man innerhalb einer gewissen Zeit an einem Spot Punkte gesammelt hat, denn dann wird man der Mayor (‚Bürgermeister‘) dieses Spots und bekommt ein virtuelles Krönchen verpasst. Übertrifft ein anderer User diese Punktzahl ist die Krone schnell gestohlen. Schöner Wettbewerbsanreiz. In den USA erhält der Mayor einer Bar auch schon mal Freigetränke vom Betreiber oder ähnliche ‚Werbekostenerstattungen‘.

Was mich an Foursquare – oder gern mal 4sq abgekürzt am meisten stört ist, dass  nur sehr unzuverlässig gefunden werden und dass man an beliebigen Orten einchecken, also schummeln kann.

Neu auf meinem iPhone habe ich dailyplaces. Hier ist der Ansatz ein anderer. Neben der User-Orientierung stellt dailyplaces den Ort in den Mittelpunkt. Aber hierzu mehr, wenn ich es ausgetestet habe. Heute ist eine neue Version herausgekommen. Ich bin gespannt.

Fazit

Ich gowalliere und foursquare momentan parallel, aber wenn da nicht bald neue Funktionen hinzu kommen werden beide bald einschlafen. Aber damit ist erfahrungsgemäß nicht zu rechnen. Es bleibt spannend.

Nachtrag

So sieht es aus, wenn man einen Mayor ‚geoustet‘ / verdrängt hat.

Ein Leckerli, das sicher noch mächtig ausgebaut werden wird ist das Übermitteln von Tips, die andere User an Spots in der Nähe hinterlegt haben. So wurde ich beim Einchecken ins Leib & Seele mit einem Tip von @Robgreen begrüßt, dass das Café Wacker ja ums Eck ist. Coole Sache!

Mein persönlicher Feature-Request: Ich möchte an Orten, für die ich das voreingestellt habe automatisch eingecheckt werden, diese Info soll an meine trusted friends gehen und die als auch ich werden über die räumliche Nähe an dem Abend informiert. Das kann natürlich u. U. bei manchen Leuten in gewissen Konstallationen zum Problem werden, wenn sie vergessen, wer da was mitbekommt, aber das wird ein Randthema sein.

  9 comments for “Gowalla, Foursquare und co.

  1. 22. Januar 2010 at 17:19

    Ich habe mir 4sq angeschaut.
    Aber mir ist es einfach zu doof, irgendwo zu sein, auf dem Phone zu suchen, ein bisserl was zu tippen und wieder zu warten. Es dauert zu lange. Selbst ein QuickCheckin geht nicht unter einer Minute. Daher waren meine Orte immer da, wo ich entweder im Auto saß oder wirklich meine Ruhe hatte. Aber beim Shoppen mich hier und da und überall einzuchecken war mir schon zu nervig und auf die verständlich genervte Reaktion meiner Frau war ich dann auch nicht scharf…

    Ergo: Die dürfen sich wieder melden, wenn es besser und schneller geht.

    Darüber hinaus ist so ein Spielchen hier in der Pampa so spannend, wie den Kühen beim Wiederkäuen zuzuschauen… In diesem Sinne: Keep mampfing!

  2. 22. Januar 2010 at 17:44

    Ich habe damals auch mit Brightkite angefangen und bin eigentlich, was location-based-sites angeht, auch dort (treu) geblieben.

    Da mich der spielerische Aspekt garnicht interessiert scheiden Gowalla und 4sq direkt aus. Zudem habe ich kein iPhone, mit dem ich die Dienste voll ausschöpfen könnte unterwegs.

    Nach dem etwas üblen Absturz von BK nach ihrem 2.0 Update habe ich dann auch mal über den Tellerrand geschaut und habe angefangen Dailyplaces und Whrrl zu entdecken.
    Leider bat Dailyplaces viel weniger Funktionen wie das bereits etablierte BK an. Zudem störte mich, dass man zu sehr auf den Ort (POI) fixiert ist.
    Whrrl hingegen machte durchaus einen schlanken Fuß. Das Grundprinzip ist, dass man „Stories“ erzählt. Das sieht dann aus, wie eine Slideshow mit Bildern. Man kann damit also prima eine Reise dokumentieren. Überall, wo mehr Bilder oder Texte zu einem Thema passen, kann Whrrl viel Spaß machen. Natürlich kann man auch Checkins mit nur einem Bild und/oder Text erzeugen. Zudem bietet es eine sehr geschickte Lösung zu Kollaboration via E-Mail an. Ein blick lohnt sich auf jeden Fall.

    Was mich aber immernoch bei Bkite gehalten hat, ist die „gute“ Community. Auch mit Leuten aus Übersee kommt man leicht ins Gespräch und kann sich so eine vielseitige „Fanbase“ aufbauen.
    Nachdem die Fehler des letzten Updates ausgebügelt wurden, arbeiten alle Interfaces wieder funktionell. Es stehen Web, mobiles Web, E-Mail, iPhone-, Android- und (eine inoffizielle) BlackBerry-App zur Verfügung. Selbst mit der mobilen Webseite, kann man nun auch seine Bilder direkt hochladen. Das macht für mich als Samsung-Handy-Nutzer ein großes Plus aus.

  3. ichhebgleichab
    24. Januar 2010 at 20:14

    Auch bei mir laufen Gowalla und Foursquare derzeit parallel. Ich tendiere inzwischen aber eher zu Foursquare. Zum einen hat mir von Anfang an die puristischere Aufmachung besser gefallen. Zum anderen tritt bei mir der spielerische Aspekt inzwischen eher in den Hintergrund. Damit ist es nicht so wichtig, ob eventuell jemand schummelt. Dafür habe ich jetzt die Sache mit den Tipps richtig entdeckt, die ich genial finde. Einziger Wermutstropfen: die Eingabe der Adresse, die doch etwas aufhält.
    Zudem ist mir bei Gowalla inzwischen bewußt geworden, daß ich damit u.U. nicht nur meinen Aufenthaltsort bekanntgebe (was ich ja bewußt tue). So habe ich z.B. doch etwas gestaunt, wer da öfter so im SauerstoffHQ ein- und ausgeht (oder vllt. auch nur so tut).
    Dailyplaces finde ich eine sehr gelungene Anwendung, die ich wohl nebenher beibehalten werde. Zum echten täglichen Gebrauch finde ich sie jedoch nicht so geeignet, da Foto *und* Text doch aufhalten und damit eher für ungewöhnliche Momente vorgesehen sind. Zudem liegt bei der Aufmachung das Foto im Fokus, das legt eher besondere Aufnahmen nahe.

    • 24. Januar 2010 at 20:26

      Über welche Checkins im SauerstoffHQ hast Du Dich denn gewundert? Ich staune ab und zu selbst Bauklötze, wer da im Vorbeigehen manchmal eincheckt. Ich denke mal, dass müssen Item-Jäger sein. ;-)

  4. ichhebgleichab
    25. Januar 2010 at 00:19

    Gewundert? Uber Herrhorst alias Guybrush. Der steht vermutlich nur immer unten in der Cappucchinobar – aber wer weiß das schon?

  5. ichhebgleichab
    25. Januar 2010 at 20:55

    Öhm, das war jetzt mißverständlich. Wollte sagen: wer weiß schon, daß es bei Dir im Haus diese italienische Bar gibt…

  6. 20. August 2010 at 11:06

    i like it ;-)

  7. 13. März 2011 at 04:04

    Vielleicht solltet ihr mal dran denken, für’s Schreiben Geld zu verlangen. Richtig gut geschrieben

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