Von einem Schulausflug zum anderen

Quora hieß der Titel unseres letzten Schulausflugs. Erst geisterte nur die Kunde von der neuen Plattform mit ‚Twitter-Moment‚-Potenzial durch die Runde und Timeline dann flogen die ersten Invite-Angebote durch die Timeline. Und wie es nun mal so ist unter uns noch-ein-bisschen-früher-Adoptern: Alle stürzen sich auf die neue Sau, die durch’s Dorf getrieben wird und melden sich erst mal an, um DANN herauszufinden, was es mit dem neuen Heilsbringer eigentlich auf sich hat. Ist so, ist ok, macht Sinn. Erfahrungsbasiertes Lernen nennt man das vielleicht.

Selten fiel dabei die erste Kritik so nüchtern aus wie bei Quora. Unübersichtlich sei es und die Usability? Naja. Und als wir dann noch feststellten, dass doch bitte schön nur auf Englisch zu kommunizieren ist und fremdsprachliches gar geLÖSCHT wurde waren wir wieder auf dem Boden. Also die meisten. Nun gut, beobachten wir mal, ob und wie die neue Plattform so aufgenommen wird, aber derzeit sehe ich da keinen fruchtbaren Massenboden in Deutschland. Dazu sind die meisten sich ihrer Englischkenntnisse einfach zu unsicher.

Also war das verschenkte Zeit? Mitnichten! Vor ein paar Tagen formulierte ich einen Tweet, der sinngemäß lautete: Quora ist wie ein Schulausflug: Erst mal findet sich die ganze Klasse am Ausflugsort ein und findet dann gemeinsam heraus, wo man denn eigentlich gelandet sei. Und wisst ihr was? Genau das macht mir mittlerweile Riesenspaß. Da wirklich jedesmal die ganze Gang am Start ist kann man an den Reaktionen der Einzelnen schnell erkennen, ob das neue Spielzeug taugt. Und da man seine Pappenheimer kennt weiß man dann auch schnell was man von deren Urteil zu halten hat. Das müsste man ansonsten mühsam allein heraus finden. Im diesen Sinne: Auf viele weitere Ausflüge!

Bild: Konna E

  8 comments for “Von einem Schulausflug zum anderen

  1. eM Jay
    12. Januar 2011 at 19:20

    Und wie so oft in letzter Zeit, setze ich mich lieber an den Rand und schau dem Treiben mit der Sau zu. Oder um im Schulausflug-Thema zu bleiben: Ich hab in der Zeit lieber rumgeknutscht!

    Und nachwievor weiß ich nicht, wozu es gut sein soll, was es ist oder was es macht? Aber knutschen macht Spass… ;-)

    • Karsten Sauer
      12. Januar 2011 at 19:35

      Aber ausprobieren ist doch der halbe Spaß. Ich möchte mich nicht nur auf das Urteil anderer verlassen. Das bilde ich mir lieber selbst – sofern es die Zeit erlaubt.

  2. 12. Januar 2011 at 19:23

    Hehe, und in der Regel machen wir das Ding dann auch gleich erstmal kaputt – der prognostizierte Failwhale.

    • Karsten Sauer
      12. Januar 2011 at 19:34

      Chrhr. Diesmal haben das Teil schon andere vor uns gestählt. Das wird schwierig. ;-)

  3. Phil
    12. Januar 2011 at 19:24

    Die Einstiegshürde ist tatsächlich etwas hoch, weil die Oberfläche nicht sonderlich intuitiv ist. War für mich zunächst auch eher gefühlsmäßig ein Diaspora, allerdings mit bereits vorhandenem Content. Bis ich überhaupt mal verstanden hab wie man die Suchleiste oben bedient …

    Aber wenn man sich etwas damit beschäftigt und rausfindet wie eigentlich alles funktioniert finde ich es gar nicht so schlecht. Es ist eigentlich sowas wie ein Twitter mit Threads. Und damit kann man mit Leuten über Themen diskutieren, was auf Twitter nicht geht. Quasi eine „social Diskussionsplattform“, ein „Forum 2.0“. Dazu noch mit dem Anspruch Wissensdatenbank zu sein, also eigentlich Twitter, Facebook und Wikipedia in einem.

    • Karsten Sauer
      12. Januar 2011 at 19:36

      Hmm. Dann sollte man sich tatsächlich doch etwas länger damit beschäftigen. Was sagst Du zu der Sprachbarriere? Und ja: die ist da, wenn man nicht frei Schnauze in seiner Muttersprache arbeiten kann.

  4. Phil
    13. Januar 2011 at 09:41

    Ok, wenn Posts in anderen Sprachen angeblich sogar gelöscht werden ist englisch wohl Pflicht was in der Tat eine Hürde darstellt. Für mich persönlich kein Problem, aber für eine ausreichend breite Nutzung im deutschsprachigen Raum müsste schon eine entsprechende Lokalisierung statt finden.

    Vielleicht ist der Ansatz der Betreiber hier, dass der komplette Content einheitlich durchsuchbar und erreichbar ist und nicht in Sprach-Schubladen separiert wird wie bei Wikipedia. Muss man abwarten.

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