Niclas Bocionek

Wer bist Du? Was tust Du?
Die Eckdaten sind noch recht einfach zu beantworten: Mein Name ist Niclas Bocionek, ich bin 36 Jahr alt und seit 1997 ist mein Alter Ego im Internet der Name „Justinian“. Damals war das Internet zwar nicht ganz so jung, wie es für die Spannung der Geschichte ideal gewesen wäre, gleichwohl waren die Nutzerzahlen vergleichsweise gering und ich hatte irgendwo gelesen, dass man sich einen interessanten Nicknamen aussuchen sollte. Da kam mir der römische Kaiser Justinian I. gelegen, hatte er doch irgendetwas mit Recht zu tun. Ich merke, ich schweife aus…

Nun, einige Jahre später, wir schreiben das Jahr 2011, hat es mich nach Offenbach am Main verschlagen und ich bin als Rechtsanwalt selbständig tätig. Hauptsächlich bearbeite ich Mandate im Mietrecht, Arbeitsrecht und Sozialrecht, bin daneben als Dozent für (Betriebsrats-)Schulungen im Arbeits- und Sozialrecht und als Verfahrenspfleger tätig. Man braucht ja mehrere Standbeine und etwas Abwechslung. Außerdem mag ich es, sinnvolle Dinge zu tun und auch Menschen am Rande der Gesellschaft zu helfen.

Da derzeit die Redensart „wer selbständig ist, arbeitet selbst und ständig“ eine ideale Beschreibung davon ist, wie mein Leben derzeit aussieht, kann dieser Punkt recht schnell abgehandelt werden. Ansonsten reise ich gerne, genieße das Leben mit einem guten Essen oder gebe gerne sinnlos Geld aus – natürlich für meine Frau, denn für mich ist jede Ausgabe sehr sinnvoll… ;-)

Eine meine Leidenschaften ist nach wie vor die Luftfahrtbrache, in der ich während meiner Ausbildung tätig sein durfte und immer mehr – nicht zuletzt bedingt durch die tollen Betriebsräte der Bahn, die ich kennenlernen durfte – die Eisenbahn. Daneben interessiere mich für Politik, habe mich aber aus der aktiven Arbeit verabschiedet und erwehre mich seitdem erfolgreich jedem Angebot für eine Mitarbeit.

Wie sieht Dein Social Setup aus?
Ich probiere gerne aus, finde jedoch für viele Dinge kaum Zeit, sie genauer unter die Lupe zu nehmen. So kommt es, dass sich meine Social-Web-Aktivitäten zu 99 % auf Twitter beschränken. Hier habe ich zwei Accounts, einen geschäftlichen (@webkanzleiorg) und einen privaten (@justinian_de), in der Regel passiert aber nur etwas auf dem privaten.

Was ich an Twitter mag? – Die Menschen, die ich kennenlernen durfte. Ich habe selten so viele spannende Menschen kennengelernt, welche mir wahrscheinlich um sog. realen Leben nie begegnet wären. Ich weiß nicht, ob es ein Phänomen meiner Region ist mit den tollen regelmäßigen Events, allen voran aus meiner Sicht das #schnitzelffm, oder ob es diese Hilfsbereitschaft und positiven Umgang auch in anderen Regionen gibt. Jeder hat seine besonderen Stärken, ich habe den Eindruck, dass wir die gemeinsam nutzen und uns helfen. Dies habe ich auch bisher nicht als Einbahnstraße erlebt, sondern völlig zwanglos ist immer wieder eine Hilfsbereitschaft zu spüren, wenn etwas anliegt. Da hilft man selbst auch gerne!

Was ich so in die 140 Zeichen packe? Nun, alles was mich bewegt. Gerade durch meinen Beruf erlebe ich immer wieder skurrile und lustige Geschichten, manchmal muss man auch einfach „Dampf ablassen“. Mir ist dabei sehr wichtig, dass hierbei immer die Persönlichkeitsrechte der jeweiligen Personen gewahrt sind, nicht zuletzt da ich als Rechtsanwalt natürlich einer gesetzlichen Verschwiegenheitspflicht unterliege – und das ist auch richtig und wichtig.

Was dabei nicht vergessen werden darf ist, dass man nicht immer jedes Wort auf die Goldwaage legen sollte und man sich selbst nicht so wichtig nehmen sollte. Es kann daher vorkommen, dass auch mal etwas Sarkasmus oder einfach ein launiger Spruch in die Welt gezwitschert wird.

Der private Account ist privat und soll auch so bleiben. Natürlich ist es schon passiert, dass ich darüber auf meinen Beruf angesprochen wurde und sich Mandate ergaben, dies ist aber für mich nicht der Zweck und auch nicht der Grund meiner Aktivitäten. Ich bin mir sicher, wenn die Menschen, die ich kennenlernen durfte, nicht so interessant und nett wären, würde ich nicht so viel Zeit investieren und wäre möglicherweise längst weitergezogen.

Einen kommunikativen geschäftlichen Account vermag ich derzeit schlicht aus Zeitgründen nicht leisten zu können. Im Übrigen denke ich, dass meine Tätigkeit weniger geeignet ist, via Twitter Kontakt mit meinen Mandanten zu halten, insofern wird hier wohl weiterhin recht wenig passieren.

Neben Twitter habe ich noch Accounts bei Xing und Google+. Letzteres eher zufällig, weil ich irgendwann eine Einladung bekommen habe. So richtig den Sinn für mich konnte ich dort noch nicht entdecken, aber wenn ich mal Social Media Berater benötigen sollte erschieße ich mich oder kontaktiere einen der 80.822, die mich dort in ihren Kreis aufgenommen haben.

Mein Xing-Profil ist schon einige Jahre alt und ich bin dort tatsächlich mit einigen Leuten verbunden. Wirklich viel passieren tut da aber auch nicht. Insofern kann ich behaupten, ich bin dabei, mehr aber auch nicht. Für mich hat es eine rein beruflichen Zweck.

Ein Facebook-Profil habe ich nicht. Das hat einen schlichten Grund: ich hatte mal versucht für die Kanzlei ein Profil anzulegen, war hierzu aber zu doof. Das war es auch schon.

Bei Skype gibt es zwei Accounts. Ich nutze eines selbst, das andere ist der Account der Kanzlei, welcher überwiegend durch meine Mitarbeiterin genutzt wird. Ich biete meinen Mandanten auf Wunsch auch Rechtsberatung via Skype an, es wird tatsächlich immer mal wieder genutzt, überwiegend wenn die Entfernung zu weit ist.

Wie wäre Dein Traum-Setup, wenn Du Dir eines backen könntest?
Ein Traum-Setup habe ich nicht. Man kann auch sagen, dass die Plattform für mich weniger an der Technik steht und fällt, sondern alleine an den Nutzern. Hier bietet Twitter für mich derzeit den größten Mehrwert.

Woher kennen wir beide uns eigentlich?
Wie kann es anders sein: #schnitzelffm – seitdem folge ich Dir. Und irgendwann konntest Du meinen Namen auch dem Gesicht zuordnen.

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