Rozana Vrandecic

Wer bist Du? Was tust Du?
Wer ich wirklich bin frage ich mich zwar manchmal auch, aber was man offiziell von mir weiss: Ich bin 31 Jahre alt, habe Schmuckdesign, anschließend Grafikdesign gelernt und arbeite nun in einem Online-Shop als Art Directorin in Stuttgart.

Hier geboren, bin ich eigentlich gebürtige Kroatin und Tochter zweier Gastronomen, die in den Siebzigern als Gastarbeiter nach Deutschland kamen.

Aber Deutschland ist meine Heimat, Stuttgart, um genau zu sein und mein Leben findet oft im @Bernsteinzimmer statt. (Wer mich kennt, kennt auch das Hashtag #pimpthahouse auf Twitter…)

Was mich gleich zum nächsten Punkt bringt…

Wie sieht Dein Social Setup aus?
Angefangen hat alles mit einem Blog im November 2004 (be-croative.de), den ich eigentlich gestartet habe, um „Herzschmerz zu verarbeiten“. Frei nach dem Motto: „Rausschreien hilft!“ Das tat ich auch. Als es dann aber immer mehr und mehr Leser wurden und ich mir plötzlich unsicher wurde, ob ich wirklich so viel Intimes preisgeben möchte, beschloss ich, mich mehr auf meine Passionen zu konzentrieren: Illustration, Fotografie, Design, Kino, Comics.

Aber die Leute wollten irgendwie MICH lesen und nicht zwingend die Links oder die „fachmännischen Artikel“, die ich gepostet habe. Ich war nie ein Early Adopter, ich war letztendlich einfach ich. Inklusive Orange-Tick. Und so wurde es doch eher wieder persönlich – und am Schluss war’s von allem ein bisschen, aber am meisten eben von mir.

Dennoch entwickelte sich mein Blog mehr und mehr zu einem kleinen Archiv meiner Arbeiten, denn Twitter löste im Mai 2007 meine private Schiene des Bloggens ab. Dafür war es genau richtig: schnell gebrüllt, schnell vergessen.

Twitter wurde mein kleines digitales Zuhause, da poste ich den tagtäglichen Mist, der mit widerfährt und den ich einfach kurz loswerden will – seien es Momente aus dem Büro, meine Tolpatschigkeit oder irgendwelche Extrakte verschiedenster Dialoge. Und es macht einfach Spaß: Leute kennenlernen, die ähnlich ticken, die vielleicht sogar aus der Nähe kommen (sprich: ich sie irgendwann persönlich kennenlernen kann) und einfach selber spannend sind, sei es aus beruflichen oder privaten Gründen.

Ich hab so viele tolle Menschen kennengelernt, so viele Facetten, die mir sonst versperrt geblieben wären. Denke ich.

facebook kam dann irgendwann auch noch dazu. Für mich ein privat-neutraler Spielplatz, bei dem jeder bis zu einem gewissen Grad zugucken darf, der sich für mich interessiert. Und ich zuschauen kann, wenn ich mich für jemanden interessiere. Fotos aus dem Urlaub, vom frisch renovierten Hausflur, vom Abendessen. Als wäre ich live dabei. Obwohl uns Hunderte von Kilometern trennen. Und wer keine Lust hat, blendet mich einfach aus, ist doch super und tut nicht weh.

Ich habe einfach gerne Kontakt zu Menschen – sei es mit meiner Cousine aus Neuseeland, meiner Tante aus Kroatien oder meinem Bruder, der heute hier, morgen dort ist – oder auch mit meinem alten Schulfreund, der inzwischen verheiratet ist und zwei Kinder hat. Ist doch schön, wenn man sich ohne großen Aufwand unterhalten kann und nicht gleich immer eine Stunde Telefonat oder einen kompletten Abend einkalkulieren muss (Nicht, dass ich das nicht wöllte, aber die Zeit, ja ja…). Und eben einfach Dinge erfährt, die man vielleicht nie erfahren hätte, weil sie zu „beiläufig“ sind (Aber das macht doch gerade den Menschen aus, oder?)

foursquare ist übrigens auch noch so ein Spielzeug, was ich ganz toll finde.

Bestes Beispiel: Wir waren mal für ein Wochenende in Köln, und auf einmal erfahre ich über foursquare, dass ein gemeinsamer Freund in der Bar sitzt, an der wir gerade vorbeilaufen… Klar, dass wir gleich für ein Kölsch geblieben sind. Und das sind diese kleinen Momente, die ich so liebe.

Ach ja, dann gibt es noch: Xing, flickr, mixxt, miso, google+… Uffz. Ich glaube, ich bin überall drin. Aber nur sporadisch, weil man eben irgendwie drin ist. Weil es andere auch sind. Und weil es manchmal eben doch einen Nutzen hat. Auch wenn man den nicht gleich erkennt.

Wie wäre Dein Traum-Setup, wenn Du Dir eines backen könntest?
Wenn ich mir ein Setup backen könnte, würde ich gerne alle meine Lieblingszutaten zusammenmischen und EINEN Kuchen rausholen. Ergo ein Tool, welches alles abdeckt. Ja, facebook kann schon viel davon, aber so meine ich das nicht: Ich hätte gerne eine App, in die ich mich einmal einlogge und dann meine Ansprüche (die gerne separat bleiben dürfen) anwählen kann. Was teilweise ja auch schon funktioniert, aber eben noch nicht perfekt ist. Es ist momentan noch zu kompliziert, zu aufwändig.

Dieses „Neu einloggen, alle Freunde zusammensuchen, die Dich sowieso woanders auch schon lesen“ nervt einfach und bildet viele „digitale Leichen“.­

Warum muss ich mich nach den Tools richten und die Tools sich nicht nach mir? Schließlich geht es doch auch um mich. Und dann wird sämtliche Information auf einer Plattform gebündelt. Welche das letztendlich ist, ist mir eigentlich egal, solange sie meine Freunde auch lesen können. (Okay, ich gebe zu, ich bin da einfach gestrickt.)

Woher wir uns kennen?
Von der pl0gbar in Stuttgart, als Du noch hier wohntest. An dem Abend habe ich auch das Foto von Dir geschossen, welches lange Zeit Deinen Blog zierte.

  8 comments for “Rozana Vrandecic

  1. ad
    14. Oktober 2011 at 08:33

    …zierte? Ist es nicht das da oben? ;)

  2. 14. Oktober 2011 at 08:37

    Ich habe es zur Feier des Tages erst mal wieder eingesetzt. :-)

  3. ad
    14. Oktober 2011 at 09:17

    finde ich ja eh tausend mal besser.

  4. 14. Oktober 2011 at 09:20

    Als Karsten das Bild gestern wieder eingesetzt hat, dachte ich mir auch: „Mist, mein Setup ist ja jetzt vollkommen verfälscht!“

    Witzig, seitdem ich das Setup zusammengeschrieben habe, denke ich immer wieder darüber nach, wie es bei mir eigentlich entwickelt hat. Dann kommen so Erinnerungen hoch, dass ich 1996 das erste Mal via Chat Menschen kennengelernt habe. 1996!!! Hach ja… das waren noch Zeiten.

    • ad
      15. Oktober 2011 at 16:54

      1996? Lass mich raten – ICQ.

      5 oder 6-stellige Mitgliedsnummer… :)

      • 15. Oktober 2011 at 22:51

        Hach… ICQ.. Ich glaub ich kram mal mein altes 65k Modem raus. Und ob die Internet-by-call Nummer von damals Arcor noch ginge??
        (Die war *imKopfnachkram* 01070-undirgendwasdanach) ;)

        Von BTX fang ich gar nicht mal an… :)

        • Karsten Sauer
          16. Oktober 2011 at 08:47

          Nach mehreren AOL-CDs gabs doch dann den WEB.DE SMartDialer!

  5. 16. Oktober 2011 at 13:39

    Nee, ICQ eigentlich weniger. (Aber klar, darauf musste man quasi ja zugreifen.)

    Das erste war BTX, dann gab es eine Art Gruppenchatsystem namens GerLine von CompuServe! Cool war, dass sich da schon die Leute „lokal“ zusammentun konnten, also eigentlich auch nichts anderes als pl0gbar.

    Das war eher meine Einstiegsdroge… :D

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