Alexander Schnapper

Wer bist Du? Was tust Du?
Gute Frage, normalerweise würde ich „irgendwas mit Internet/Medien“ antworten, aber da das inzwischen eine sehr oft benutzte Antwort ist, erkläre ich es dann doch. Ich arbeite seit Oktober 2010 in Frankfurt als IT-Entwickler zusammen mit zwei weiteren Kollegen im Gemeinschaftswerk der evangelischen Publizistik in der Abteilung i-public, die sich um die Umsetzung von Websites in Drupal, OpenText und Social Media-Kampagnen kümmert. Wir konzipieren und entwickeln aber auch eigene Inhalte, zum Beispiel Twittergottesdienste oder Onlinebibelandachten auf dem Kirchentag, organisieren auch das Barcamp Kirche hier in Frankfurt mit. Ja, die Kirche hat den Weg ins Internet gefunden, auch in Facebook und Twitter aktiv und zwar sehr.

Ich kenne knapp 15-20 PfarrerInnen, die twittern, auch manchmal während des Gottesdienstes, das ist spannend und macht die Institution „Kirche“ transparent und moderner.

Eigentlich komme ich aus dem schönen Uni-Städtchen Tübingen (zuletzt durch Martha und Frauke’s YouTube-Erfolg „Tübingen, warum bist Du so hügelig“ bekannt) und habe vorher in einigen Firmen gearbeitet, nach der Ausbildung zum Fachinformatiker Fachrichtung Anwendungsentwicklung arbeitete ich als Event-Techniker/Manager für Kunden wie HP, Cisco, Microsoft und reiste durch die EMEA-Länder, Europa, Südafrika, Dubai, Türkei. War spannend und interessant.

Danach folgten zwei Jahre für einen Computerkonzern der für Daimler  IT-Dienste vollzog. Zum Glück nicht lange, lag an der Computerfirma. Während all der Zeit fing ich an zu bloggen. Zuerst unter einem Pseudonym, dann auf meiner Website. Und immer wieder crashte ich durch die blöden WordPress-Updates mein Blog – Sicherungen anzulegen ist was für Weicheier :) Daher  startete ich immer wieder neue Blogs.

Vor über 3 Jahren über @chrismarquardt (bekannt und berühmt durch Fotopodcast #HappyShooting und #TFTTF „Tips form the TopFloor“) gelang ich auf dieses Neue Ding namens Twitter. Und fand gefallen darin – nach und entdeckte ich weitere Tübinger Twitterer und vernetzte mich mit ihnen, später sogar traf ich sie. Unter anderem entstand auch aus den Leuten (viele Blocher) dann die Veranstaltung „Das Letz niest“ (www.das-letz-niest.de), für die ich (fast) immer nach Tübingen extra anreise.

Und so kam eines zum anderen…

Und gewissermaßen via Twitter kam ich dann an den jetzigen Job – und bereue es bis heute nicht, hier her gezogen zu sein. Ich lebe Social Media, d.h., ich atme die Bits und Bytes, stehe mit Twitter/Facebook auf, gehe abends ins Bett, lerne neue und tolle Leute kennen, barcampe sehr gerne und es macht mir viel Spaß. Ab und zu allerdings schalte ich das Smartphone und Macbook aus, kappe die Internetleitung und bin auch mal wirklich „offline“.

Wie sieht Dein Social Setup aus?
Mein Social Setup ist auf mehreren Platformen aufgebaut, daheim am Mac via TweetDeck und via Android-Smartphone (dort verwende ich TweetDeck und Plume, Plume vor allem wegen der einfachen Usernamens-Vorschlag-Funktion) – an der Arbeit am Notebook und PC (Win) auch mit Tweetdeck. Twitter ist dabei das bevorzugte Netzwerk, danach folgen Facebook und Google+, Google Latitude und Foursquare. Viele der Netzwerke sind untereinander durch deren API’s verknüpft, ich warte vor allem bis TweetDeck die GooglePlus-API auch inne hat.

Anfangs hatte ich das Bedürfnis (wie bei vielen anderen Twitterern auch in der Anfangszeit), Follower zu sammeln, habe dann aber gemerkt, dass ich durch das ständige suchen und hinzufügen von doch unbekannten Accounts meine Authentizität verlor, weshalb ich dann beschloss langsam und ruhig das anzugehen.

Heute muss ich sagen, dass ich von meinen derzeit über 1.200 Followern schätzungsweise doch 700-800 von ihnen persönlich kennen gelernt habe. Ja. Die meisten von ihnen auf Treffen, Konferenzen, Barcamps, Festivals – und zuletzt durch die Piratenpartei. Ich habe im letzten Jahr dann doch auch schnell gemerkt, dass ich nicht alles so twittern kann und sollte, wie ich das anfangs mit nur 20 Followern konnte. Deshalb legte ich mir einen zusätzlichen sogenannten „protected“ Account an, den nur wenige lesen dürfen. und da bin ich froh um einen geringe Followerzahl, es sind die Personen, die ich persönlich treffen und kennenlernen durfte und an denen mir was liegt.

Durch Google+ (als Early Adoptier) und deren Denkweise zu entscheiden, welcher Circe (Kreis) die Nachricht empfangen soll, hat sich bei mir auch die Handlungsweise von einigen Posts auf Facebook und Twitter verändert. Früher hab ich einfach mal drauflos gewittert, inzwischen denke ich bei den meisten Nachrichten nach was ich da schreibe, wen es beeinflussen oder verärgern könnte, in wie weit ich im privaten oder beruflichen Umfeld aufpassen muss etc…

Die kommende große Herausforderung für mich besteht im kommenden Urlaub. Der führt mich nach Australien und für einige Tage nach Neuseeland. Hauptsächlich werde ich dort versuchen zu entspannen, die Seele baumeln lassen, Freunde und Verwandte besuchen, auch einige Piraten (sind dort nicht soo viele) treffen. Und ganz wichtig – keine Stunden am PC/Notebook sitzen und twittern. Ich würde das eher auf Blogposts einschränken. Die Blogposts werden natürlich an Facebook und Twitter gekoppelt sein – damit meine Follower doch noch was von mir hören. Aber ich werde auch ganz bewusst mal eine Zeitlang offline sein, einige Tage im Outback/Busch wandern. Ohne Smartphone, nur ein normales Handy für Notfälle. Ich freue mich schon sehr darauf, es ist eine Herausforderung.

Wie wäre Dein Traum-Setup, wenn Du Dir eines backen könntest?
Mein Traum-Setup? Kann ich nicht genau sagen. Ich denke wir bewegen uns in den kommenden Jahren durch die stetige Weiterentwicklung von Tablets (iPad und Androids, etc.) und Smartphones und durch das Denken und Handeln via Medienkompetenz in die richtige Richtung. Es ist noch alles offen, sehr spannend und eine tolle Zeit. Kann es kaum erwarten, später meinen Kindern oder Enkelkindern von Modems, DSL, UMTS, LTE etc zu erzählen. Wer weiß, wann was und wie in der Zukunft umgesetzt wird und ob wir es richtig einzusetzen und umzugehen wissen.

Woher kennen wir beide uns eigentlich?
Ja, das ist das Highlight auf meinen „Social Media in Real Life“-Sessions bei Barcamps. Da erzähle ich immer wieder gerne, wie ich nach Frankfurt kam, niemanden kannte und durch Dich das #SchnitzelFFM lieben lernte. Ich folge Dir auf Twitter schon seit über 2 Jahren – warum weiß ich nicht mehr, ich glaub irgendwie über ReTweets von anderen PR-Beratern oder PR-Agenturen…

Jedenfalls habe ich Dich dann bei meinem ersten SchnitzelFFM im Februar/März diesen Jahres in Real Life gesehen und mich sehr gefreut. Und es war ne richtig gute Zeit, vor allem weil die SchnitzelFFM-ler auch echt dufte Typen sind ;)

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