Karsten Sauer

Wer bin ich? Was tue ich?
Ich bin Karsten, körperlich 39 Jahre alt, born and raised in Frankfurt, Vater von zweien (4 und 9), die am Bodensee in Vorarlberg (Österreich) leben. Hauptberuflich leite ich eBusiness- und andere IT-Projekte für die Bahn und dränge mich nebenbei zu allen Social-Media-Themen der DB auf. Diesen Schwerpunkt habe ich wohl, weil ich etwas mehr als vier Jahre lang für eine Unternehmensberatung SAP-Systeme eingeführt und anschließend nach einem Start-up für WEB.DE als Projektleiter gearbeitet habe. Mich fasziniert IT einfach, wenn sie Beziehungen zwischen Menschen erleichtert, bereichert und teilweise sogar erst ermöglicht! Nebenberuflich berate ich ab und zu Unternehmen in strategischen Fragen bezüglich eBusiness und Social Media – wobei ich hierbei meine Unabhängigkeit sehr genieße und froh bin, meine Meinung direkt und ungefiltert äußern zu können.

Weil ich natürlich so viel wie möglich bei meinen Kindern sein will, pendle ich in der Regel am Wochenende gute 4,5 Stunden mit der Bahn nach Dornbirn. Auf diesen Fahrten arbeite ich einerseits einiges an offlinefähigen Aufgaben weg, habe aber auch wunderbar Zeit zum Lesen und Twittern. Das erklärt wahrscheinlich auch, warum ich an einigen Bahnhöfen Mayor bin. Im Übrigen bin ich auch der kleine Cousin vom Admartinator. Mein Freundeskreis hat sich über die Jahre geografisch massiv verteilt, so dass Social Media für mich persönlich eine ganz besondere Relevanz hat.

Wie sieht mein Social Setup aus?
Nukleus meiner digitalen Welt ist mein Blog. Dort bin ich Herr von Haus und Webspace. Hier kann mir niemand Nutzungsbedingungen unterm Hintern ändern oder Inhalte für sich beanspruchen. Wo mein Blog ist? Du badest gerade deine Augen darin!

Twitter, Twitter und immer wieder Twitter. Twitter ist für mich der zentrale Angelpunkt für den Austausch mit Freunden, Bekannten und Menschen, deren Inhalte mich interessieren. Kein anderer Dienst schlägt Twitter in seiner Einfachheit, Geschwindigkeit und gehaltvollen Inhalten (Mett! Nutella! Chips!). Meine Liebe zu diesem Dienst habe ich ja schon an anderen Stellen wortreich zum Ausdruck gebracht. Die Reduktion auf 140 Zeichen trainiert die Teilnehmer einfach darin, auf den Punkt zu kommen – und das Following-Prinzip regelt recht schnell, dass jemand nicht nur belangloses Zeug faselt, sondern seinen persönlichen Mix aus privaten Dingen, Links zu spannenden Inhalten und unterhaltsamen Dingen schreibt. Andernfalls kann man sich schnell von demjenigen trennen.

Und weil ich den Dienst so liebe, fallen mir immer wieder mal mehr oder weniger nützliche Dienste ein, die man um Twitter herumbauen kann, als da wären der @dblocator, die @einkaufsliste oder der @erinnermich. Zurzeit arbeite ich mit meinem Sidekick und Lieblingscoder @calibanatspace an einem weiteren #Geheimprojekt, welches allerdings diesmal ein dickeres Ding wird und darum noch Zeit benötigt.

Wen ich kenne oder wer mir intuitiv vertraut ist, den adde ich recht fix bei Facebook. Hier geht es – schon rein vom 1:1-Prinzip her – ganz anders zu. Bei Facebook sind die Freundschaften im technischen Sinne fester. Durch die Abonnieren-Funktion wird das zwar gerade aufgeweicht, aber das hat für mich keine Relevanz. Persönlich war mir Facebook schon immer zutiefst unsympathisch und ich nutze es noch immer mit einem schlechten Gefühl im Bauch. Es ist unübersichtlich und umständlich; auch schmeißt Freund Zuckerberg gern mal unerwartet die Regeln zu seinen Gunsten um und erklärt meine Inhalte zu den seinen. Weil Facebook aber mittlerweile das neue Netz im Netz ist, kommt man – schon allein beruflich – nicht mehr daran vorbei. Außerdem gibt es Personen wie meine Verwandschaft in den USA, die ich nur über diese Plattform ’nahe‘ bei mir habe.

Google Plus halte ich Stand heute für einen Rohrkrepierer, wobei ich von Google in Sachen ‚Social‘ nicht wirklich mehr erwartet habe. Die aktuelle Userbase kam nur deshalb so schnell zusammen, weil wir fast alle bereits Google-User sind und durch Facebook und Co. über eine gewisse Grundausbildung in Sachen Social-Web-Plattformen verfügten. Wer Algorithmen anbetet, tut sich mit Beziehungen halt schwer. Es ist ein halbgarer Wurf ohne taugliches Ökosystem, auf dem man sich eher technisch und geschäftsmäßig tummelt. Ich schätze Google Plus allerdings sehr dafür, dass man sich über eben jenes Technische nett austauschen kann. Warm werde ich mit G+ aber nicht. Und warum ich von so vielen Unbekannten gecircelt werde, bleibt mir schleierhaft. Wahrscheinlich geht es da nur um Reichweite, in der Hoffnung auf Zurückcirceln. Das tue ich aber nur bei Personen, die ich kenne und die ich lesen möchte.

Location Based Services sind für mich natürlich etwas Tolles! Ich kann die Gelegenheiten kaum noch zählen, bei denen mich ein Checkin auf Foursquare oder früher Gowalla mit Menschen zusammengebracht hat. Unvergessen die Zugfahrt nach Hamburg, bei der ich Items in Gowalla geswitcht hatte, Steffen Siegrist diese im Zug nach mir vorfand und wir letztendlich abends zusammen in Hamburg dinierten. Ungezählte Abende mit Saim Alkan, literweise spontan zusammen getrunkener Kaffee, you name it. Foursquare ist hier für mich King. Gowalla liegt im Koma und andere Dienste, so sehr ich es mir wünschte, weil in Rhein-Main an welchen gebastelt wird/wurde, sehe ich derzeit nicht.

Technisch läuft mein Setup so: Auf Twitter wird manuell gepostet – am Rechner über das gewöhnliche Web-Frontend. Unterwegs twittere ich mit Echofon. Ich habe alle gängigen Clients durchprobiert, komme immer wieder auf diese Konstellation zurück und empfehle sie jedem Neuling. Bilder schicke zu Posterous, und von dort aus wird per Autopost

  1. ein Tweet aus der Überschrift der Mail generiert mit einem Link zum Bild
  2. das Bild zu Flickr gepostet
  3. das Bild samt Überschrift als Beschreibung zu Facebook durchgepostet
  4. auf diese Weise über das Flickr-Plugin (siehe 2.) in der Sidebar des Blogs als Galerie eingebunden
  5. das Bild in mein Sideblog gepostet, damit ich alle meine Bilder in meinem Webspace habe und sie bei Bedarf per FTP lokal sichern kann. Wie man ein solches Sideblog einrichtet, kann man sich bei Cousin Martin anschauen. Mit seiner Beschreibung habe es sogar ich mit meinem gefährlichem Halbwissen geschafft.

Auf all diesen Plattformen bin ich privat unterwegs – sofern man das als Markenbotschafter noch kann.

Geschäftlicher wird es auf Xing, was allerdings für mich mittlerweile nur noch ein selbstpflegendes Telefonbuch ist. Seit dem Weggang von Lars hat der Laden einen gefühlten schweren Overhead, der sich in schwachen Funktionen manifestiert, bei denen eben nicht mehr einer das letzte Wort hatte, sondern ein Gremium. Drum wird es auch mit Apple bergab gehen, aber das ist ein Thema, das ich an anderer Stelle schon kontrovers diskutiert habe.

LinkedIn läuft parallel mit, ich nutze es aber nicht aktiv.

Meine persönliche Privacy Policy? Ich habe zum dem Thema spätestens ein relativ geschärftes Verhältnis, seit ich mit Michael Sahnau FRA-MUC-FRA veröffentlicht habe. In das Buch ist sehr viel Persönliches eingeflossen, was mich teilweise wohl ein bisschen schmerzfrei gemacht hat. Trotzdem gibt es für mich klare Grenzen. Bilder von meinen Kindern – zumindest mit Gesicht – werdet ihr fast nirgendwo zu Gesicht bekommen. Alle Jahre mal stelle ich eines kurzzeitig bei Facebook rein, welches ich aber nach ein paar Tagen wieder offline nehme. Dass es auf den Servern bleibt, nehme ich in dieser Dosis in Kauf. (So, mal schnell in meinem eigenen Blogpost dazu nachsehen, was ich da noch behandelt hatte …).

  • Gesundheit: Zum Glück bin ich relativ fit, würde aber auch nicht rausposaunen, wenn sich daran etwas signifikant ändern sollte. Meine Sache.
  • Arbeit: Ich schätze meinen Arbeitgeber, die DB, sehr und kann ihn Jobsuchenden nur empfehlen. Aber was intern ist, bleibt auch intern.
  • Beziehungen: Ich finde es grau-en-haft, wenn Menschen im Social Web ihre Beziehungen ausleben. Ich sehe meine Gegenüber als Individuen, die ihr eigener Herr (oder eigene Frau) sind und sich über sich selbst definieren. Pärchenprofile und irgendwelches Beziehungsgezicke gehört nicht ins Web. Das macht bitte zuhause unter euch aus. Wen ich von meinen Onlinern ich besonders mag, bekommt ihr allerdings offensiv von mir mitgeteilt. Hach!
  • Kinder und Familie: meine Sache. Was ich davon transparent machen möchte, tue ich. Der Rest fällt unter ‚Beziehungen‘ und bleibt offline.
  • Aufenthaltsort: Hier bin ich traditionell sehr offen und großzügig. Schließlich steigt dadurch die Chance massiv, dass ich trotz meiner kilometerreichen Lebensweise meine geliebten und geschätzten Menschen treffe und Zeit mit ihnen verbringen kann.

Wie wäre mein Traum-Setup, wenn ich mir eines backen könnte?
In meinem Traum haben alle Menschen, mit denen ich gern zu tun habe, Twitter verstanden und nutzen es auch. Eine zweite Diskretionsebene rein und gut.

Woher kennen wir beide uns eigentlich?
Der morgendliche Blick in den Spiegel.

  5 comments for “Karsten Sauer

  1. 21. Oktober 2011 at 15:56

    Klasse. Entspricht so ziemlich meinem eigenen Setup, aber das weißt Du ja. ;-) Lediglich die Crossposts habe ich „entschärft“ und entscheide lieber individuell. Das kann sich aber auch wieder ändern. Und Vorarlberg find‘ ich ja auch klasse. Übrigens. :D

  2. ad
    21. Oktober 2011 at 20:55

    Der Haarschnitt! Da ist doch deine Mutter nicht ganz unschuldig gewesen, oder? :D

    Das müsste ungefähr die Zeit gewesen sein, in der auch mein Setup-Bild entstanden ist, oder?

    • Karsten Sauer
      22. Oktober 2011 at 12:53

      Yo, die Frisur ist auf jeden Fall homemade. Das muss aber so 2-3 Jahre vor dem Bild im Setup gewesen sein.

  3. jke
    24. Oktober 2011 at 22:14

    „In meinem Traum haben alle Menschen, mit denen ich gern zu tun habe, Twitter verstanden und nutzen es auch.“

    Ha, ich brauche kein eigenes setup hier, das trifft es doch schon auf den Punkt! :-)

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