Matthias Zellmer

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Posted 27 Okt 2011 in Setup

Wer bist Du? Was tust Du?
Mein Name ist Zellmer, Matthias Zellmer … doch so manchem und mancher dürfte ich auch als Zellmi bekannt sein. Denn dieses Pseudonym gehört definitiv zu meinem Social Media Setup. Es ist meiner Ansicht nach sogar von einer zentralen Bedeutung für dieses Setup. Inzwischen bin ich 41 Jahre alt und meine Erwerbsarbeit ist die eines freiberuflichen Webarchitekts. Von meiner mittelhessischen Heimat aus, bin inzwischen über die Stationen Gießen und Stuttgart im thüringischen Waltershausen gelandet; aber auch schon wieder auf dem Absprung. Um aber mein aktuelles Ich zu beschreiben, ist es wichtig, zu wissen, dass ich dort seit gut eineinhalb Jahren in einer Kommune lebe … und das an einem anderen Ort erstmal auch weiterhin tun möchte. Das ist eine Gemeinschaft von Menschen, die zusammen Leben, Arbeiten und Wirtschaften. Die ist irgendwie auch ein Teil meines Social Setups, ein sehr konkreter und von gegenseitiger Verantwortung für einander und andere geprägter.

Wie sieht Dein Social Setup aus?
Nun aber zu meinem eher digitalen Social Setup. Die Anzahl der Social Web Plattformen, die ich im Laufe der vergangen 15 Jahre ausprobiert habe, geht sicherlich in die Hunderte. Am Anfang standen Chats und Foren, und heute sind es eher Social Networks und Blogs, die mein Social Media Setup prägen. Auf dem Weg in und durch das Web 2.0 war für mich Twitter sehr wichtig. Aber auch die Möglichkeit Menschen auf pl0gbars und Barcamps persönlich zu treffen. Aber nur die Vernetzung von persönlichen und virtuellen Treffen macht mein Social Setup zu etwas, was ich inzwischen nicht mehr missen möchte. Inzwischen gerät Twitter bei mir immer mehr in den Hintergrund. Google+ und Facebook haben den Mircoblogging-Dienst in meiner persönlichen Nutzungsgunst mittlerweile überholt. Die Rückmeldung sind dort einfach gehaltvoller. Zudem nutze ich u.a. besonders gerne: Dropbox, Wikipedia, Open Thesaurus, Instant Messaging, Mediatheken, Zattoo, diverse Google-Dienste wie den Reader, WordPress, Goodreads, flattr und Poken … ach nee, da ist ja die Batterie leer.

Ich habe inzwischen längst aufgehört, die Nutzung des Webs in solche Kategorien wie privat und beruflich zu trennen. Das ist sehr erleichternd. Im Allgemeinen tue ich mir damit etwas schwer, für mich immer und überall geltende Nutzungsregeln fürs Web aufzustellen. Da lasse ich mich in der jeweiligen Situation von meiner Erfahrung und meiner Intuition leiten. Das gilt auch für die Frage, welche Kontakte ich irgendwo hinzufüge oder nicht? Am Anfang bin ich an Diensten wie del.icio.us regelrecht verzweifelt, da sie sowas unstrukturiertes wie Tagging nutzten. Erst als ich David Weinbergers phantastisches Buch »Das Ende der Schublade: Die Macht der neuen digitalen Unordnung« gelesen hatte, wurde mir klar, dass ich loslassen muss, will ich mich im Web 2.0 nutzbringend bewegen zu können. Intuition statt Regeln. Das heißt jedoch nicht, dass ich nicht auch Verwendungsmuster hätte. Und sogar Regeln. Nämlich genau dann, wenn eine Social Media Aktivität nicht nur mich betrifft. Da versuche ich eine große Sorgfalt an den Tag zu legen. Gerade meine Mitbewohner frage ich tunlichst, ob und wie ich sie im Web erwähnen darf. Wir sehen unsere Kommune ja auch als ein politisches Projekt.

Wie wäre Dein Traum-Setup, wenn Du Dir eines backen könntest?
Viele meine Wunschvorstellungen haben etwas mit Mensch-Maschine-Schnittstellen zu tun. Also wie kommen die Daten in mein Bewusstsein und umgekehrt. Ich hätte gerne eine Möglichkeit, meine Ideen aufzuzeichnen, die mir z.B. beim Duschen oder in anderen Situationen in den Sinn kommen, in denen ich nichts notieren kann. Aber um überhaupt eine direkte Schnittstelle Gehirn zu Rechner akzeptieren zu können, müsste das Problem der persönlichen Daten-Hoheit und -Sicherheit gelöst werden. Im Übrigen halte ich den Diaspora-Ansatz des eigenen Hosten seines Social Network Servers bzw. der freien Providerwahl im Bezug auf das Social Networking für wirklich zukunftsweisend. Das ist mehr als das Synchronisieren von Diensten. Wie wir es bei E-Mail gar nicht erst anders gewöhnt sind, mit allen meinen Kontakten im Social Austausch bleiben zu können, auch wenn man nicht beim gleichen Dienst ist, ist in diesem Bereich ein wichtiges Ziel.

In die gleiche Kerbe schlägt mein Wunsch, einen open-source Netzspeicher-Dienst zu haben, der in der Funktionalität ganz ähnlich gut funktioniert wie Dropbox; ich aber statt deren Server zu Datenspeicherung nutzen zu müssen, meinen eigenen verwenden kann.
Zudem erträume ich mir eine sehr weit verbreitete Medienkompetenz bei allen Menschen und dass IT, und Technologie im Allgemeinen, deutlich umweltschonender und menschenrechtskonformer wird … in Produktion, Haltbarkeit und Betrieb.

Woher kennen wir beide uns eigentlich?
Ich kenne ich aus dem Chemieunterricht. Da war auch schon immer von Sauerstoff die Rede. Erstmals in extrem Kohlenstoff basierter Form, habe ich dich meines Wissens auf einer Stuttgarter pl0gbar getroffen. Wir haben uns sofort gut verstanden … also rein schbrachlisch. Und mein Kaninchen hat dich damals zumindest mal auch nicht gleich gebissen …


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