50+ Social Setups – ein Resumée


Die Idee

Wie ich auf die Idee zum Social Media Setup kam habe ich schon im dazu gehörigen Blogpost geschrieben. Ich habe ein irgendwann einfach eine große Schere gespürt zwischen dem, was wir alle erzählen, welche Plattformen wir verwenden und dem, was gefühlt das für jeden einzelnen bedeutet. Klar – wir reden alle von @replies, Followern, Gelike und Geplusse. Aber für jeden bedeutet die Verwendung all der zugrunde liegenden Plattformen etwas anderes. Und das wollte ich genauer wissen!

Dank den vielen Zulieferungen habe ich auch tatsächlich die Antwort auf meine Frage bekommen. Viele haben sich dafür bedankt, dabei sein zu ‚dürfen‘. Falscher Ansatz, Leute! ICH bedanke mich bei allen Teilnehmern ganz herzlich, dass sie sich die Mühe gemacht haben, ihr Setup in schriftliche Form zu bringen und mir zu liefern!

Nach der Veröffentlichung des fünfzigsten Setup fand ich, dass es an der Zeit ist ein Fazit zu ziehen – und sei es nur ein Zwischenfazit, denn ich kann mir vorstellen, dass die selbe Fragestellung in zwölf Monaten andere Antworten hervorbringen wird. Die u. s. Auswertung ist keinesfalls wissenschaftlich zu sehen. Ich habe jedes einzelne Setup gelesen und meine unten gezogenen Schlüsse spiegeln meine subjektive Wahrnehmung garniert mit dem wieder, was ich über manche mir bekannten Teilnehmer weiß.

Zulieferungen
Zur Gestaltung: Manche haben ihre Plattformen und Verwendungen einfach aufgezählt, andere haben ausführliche Prosa geschrieben. Ich habe versucht, jeweils den gewählten Ansatz soweit zu erhalten, dass er noch die Originalzulieferung widerspiegelt, aber auch so, dass die Darstellung in mein Blog passt. Nette Herausforderung war z. B.  das Setup von Jens Krahe. Manche Setups kamen copy-paste-fein herein (mein Rekord waren 6min incl. des Eintrags in die Übersichtsseite), andere haben deutliche mehr Nacharbeit bedarft. Deutlich mehr.

Anfangs habe ich noch versucht, alle Setup in einer Übersichtsseite mit Bild zu sammeln, damit es eine Art Galerie gibt. Da ich in WordPress recht schnell an einer ansprechenden Aufbereitung gescheitert bin habe ich – welch Überraschung – per Twitter die Meute gefragt und tatsächlich hat sich Teilnehmer Tilmann Ockert erbarmt und eine sehr sehr coole Galerieansicht gebaut. Mit dem Mann kann man arbeiten! Großen Dank dafür noch mal an dieser Stelle!

Jeder Zulieferer hat übrigens vor der Veröffentlichung sein Setup zur Freigabe zu Gesicht bekommen. Das ging wunderbar mit dem WordPress-Plugin ‚Share a Draft‚. Dann gab es oft noch Änderungen, deren Notwendigkeit man erst am fertigen Produkt sieht. Ein einziger hat sein Setup insgesamt zurückgezogen.

Spannend fand ich die unterschiedlichsten Berufsgruppen, aus denen mir Setups zugeliefert wurden: Medienleute, Entwickler, Agentur-Legionäre, ein Gastronom, PR-Menschen, aber auch ein selbsternannte ‚Versicherungsfuzzi‘, ein Kommunarde, ein Anwalt und viele mehr. Toll!

Zu den einzelnen Plattformen, die am häufigsten genannt worden:

Twitter
Uns Twitter ist für die meisten Befragten DER Dreh- und Angelpunkt in deren Social Universum was nicht weiter verwunderlich ist – ist es doch für mich genau so und drum habe ich ja auch die Aktion vornehmlich auf Twitter ‚beworben‘ und Setups aquiriert. Die Geschwindigkeit, Vielfalt an Teilnehmern und Themen und die Formlosigkeit sind hier die meisten Argumente pro Twitter.

Facebook
Dieses Facebook, ja Facebook. Dem allgemeinen Misstrauen der Plattform gegenüber zum Trotz ist Facebook für viele (oft anstelle eines Blogs) der zentrale Bezugspunkt im Social Web. Das ist für mich persönlich auf keinen Fall denkbar, aber das sehen viele Teilnehmer des Setup-Projekts anders. Ich hoffe, euer Zuhause dort bleibt jenes, das ihr euch dort vorstellt. Meines war es nie, wird es nie. Was man tatsächlich zugestehen muss ist, dass Diskussionen dort zumindest mal besser funktionieren als auf Twitter. Das ist aber allein durch die Darstellung schon gegeben.

Blogs
Das eigene Blog wird sofern vorhanden oft als Zentrum, als Nukleus der eigenen Online-Aktivitäten beschreiben. Das selbe wie bei mir also. Das finde ich sehr nachvollziehbar, ist man hier doch keiner Zuckerberg’schen Willkür oder einen Datenkrakerei wie bei Google ausgesetzt.

Google+
Überraschend, aber auch wiederum nicht war, dass G+ recht zögerlich und nüchtern angenommen wird. Überraschend, weil ich ja durch meine Konzentration auf Twitter beim Einsammeln der Setups eine durchaus technikaffine Gruppe angesprochen habe, von der man hätte meinen sollen, daß sie mit G+ recht schnell warm werden hätte sollen. Aber auch wiederum NICHT überraschend, da ich G+ selbst recht kühl gegenüberstehe.

Das war übrigens auch der Tenor, der gegenüber G+ vorherrscht. Die Plattform wird als solche eher für Professionals und geeignet für Themendiskussionen als für Freundesreise und Familien wahrgenommen und als Nebenschauplatz eher skeptisch und abwartend eingestuft. Allerdings seien Diskussionen dort gehaltvoller als auf anderen. Thilo hat es als das 3Sat in seinem persönlichem Setting bezeichnet. Passt irgendwie.

Location Based Services
Foursquare scheint Platzhirsch unter den LBS zu sein und andere scheinen kaum noch eine Rolle zu spielen. Genauso nehme ich es persönlich auch wahr. LBS werden gern verwendet, um spontane Treffen zu ermöglichen, was bei einigen auch schon geklappt zu haben scheint. Und wenn ich mir so die zunehmende Akzeptanz und Durchdringung von LBS ansehe wird das erfreulicherweise auch noch zunehmen.

Xing/LinkedIn
Die Unternehmenskontakteplattformen werden sachlich mit ihrem beschränkten Nutzen wahrgenommen. XING wird dabei gern als das selbstpflegende Telefonbuch beschrieben. Ansonsten spielen sie unter dem Aspekt ’social‘ keine tatsächliche Rolle. Für mich auch nicht.

Traumsetup
Bei der Frage nach dem Setup der Wahl herrschten unterschiedlichste Meinungen vor. Am häufigsten habe ich wahrgenommen, dass entweder alles so bleiben soll wie es ist, oder aber eine einzige Plattform bitteschön alle Aktivitäten bündelt und aggregiert.

Sehr gefreut habe ich mich über das fünfzigste Setup, das von Jörn Sieveneck kam. Der Kerl hat mir trotz nur einem oder zwei persönlichen Zusammenkünften geschafft, mit per Twitter Ohrwürmer zu pflanzen, die mich wochenlang verfolgt haben. Ich sag nur ‚Die Antwoord‘. Ironischerweise beschreibt Jörn von seiner Abkehr von der intensiven Verwendung von z. B. Twitter, weil das Real Life selbstverständlich Vorrang haben sollte. In diesem Sinne: Haltet euer Setup sauber und geht mal wieder vor die Tür! Spielt draußen an der Luft – tut euch gut!

Woher kannten wir uns?
Diese Frage wurde mehrheitlich damit beantworte, daß wir uns entweder nur per Twitter oder von BarCamps kannten. Interessant – mein direktes Umfeld kann mehrheitlich mit diesem ganzen Social Gedöns offenbar nicht viel anfangen. Umso mehr freut es mich, zu resümieren, wieviele von euch ich über all diese Plattformen kennen gelernt habe. :-)

Wie geht es weiter?
Ich denke, es wird interessant sein, in ca. 12-18 Monaten eine neuerliche Abfragerunde zu starten und zu schauen, was sich an den Tendenzen geändert hat. Ich bleibe hier auf jeden Fall dran.

Die großartige Visualisierung verdankt ihr übrigens Guntram Bechtold, dessen Setup ich heute druckfrisch bekommen habe und in den nächsten Tagen live stellen werde. Großen Dank, Guntram!

  3 comments for “50+ Social Setups – ein Resumée

  1. 15. Dezember 2011 at 13:08

    Hey, wollte Dir meins am WE noch schicken. Darf ich noch?

    Lg, Romy

    • Karsten Sauer
      15. Dezember 2011 at 13:09

      Na, sicher! Immer her damit. Zwei habe ich eh noch in der Pipeline. :-)

  2. 15. Dezember 2011 at 15:42

    :-) Danke für die Erwähnung!

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