Stopover in der Vergangenheit – und jetzt ruf Deine Eltern an!

Heute war der letzte Tag unseres kleinen Urlaubs in der Leutasch in Tirol. Der eine oder andere maaag auf Twitter und Facebook das eine oder andere Bild davon verfolgt haben. Im Vorfeld habe ich mich anhand Google Maps mal über die Umgebung schlau gemacht und festgestellt, dass das Pitztal ganz um die Ecke ist. Pitztal – da war doch was. Da war ich als ca. Neunjähriger mal mit meinen Eltern und Großeltern im Urlaub. Traumhaft war das.

Da gab es einen kleinen Bach vorm Haus, in dem viele glitzernde Steine zu finden waren, da war das Waldstück, in dem eine Hütte war, zu der ab und zu ein alter Mann ging, vor dem wir furchtbar Angst hatten. Da waren meine neugewonnenen Kumpels mit denen wir jeden Tag unterwegs waren. Einmal haben wir geholfen, eine Weide mit der Sense von Hand zu mähen. Zum Lebensmittelladen sind wir mit sonderbar leichten Münzen (Groschen) schlabbrigen Scheinen (Schillinge) gegangen und haben Eis gekauft, das es bei uns in Deutschland nicht gab.

Ich denke sehr gern an diesen Urlaub zurück. Und darum habe ich bei Google weiter geforscht und tatsächlich die Pension ausfindig gemacht, die heute wie damals noch im Geschäft ist. Auf dem Rückweg von Leutasch sind wir in Piller vorbei gefahren und haben den heutigen Wirt besucht, dem es nach einer kleinen Erläuterung warum wir da sind nichts ausgemacht hat, dass wir einen ausgedehnten Rundgang über das Gelände gemacht haben.

Warum erzähle ich euch das? Weil ihr da mal hinfahren solltet? Das auch, aber vielmehr geht es mir um den Moment in dem ich mit feuchten (ok, klatschnassen) Augen an meine Großeltern dachte, die ich heute nicht mehr habe (ok, ich hab die Kinder an den Bach geschickt und geheult wie ein Schlosshund). Sie haben mir wann immer wir mit ihnen zusammen waren immer eine tolle Zeit beschert, an die ich mich sehr gern zurück erinnere. Und viel zu schnell waren sie nicht mehr da. Und – als ob ich den Anstoß noch gebraucht hätte – hat der neue Wirt vor kurzem seinen Vater verloren.

Besucht eure Eltern, eure Großeltern sofern sie noch da sind mal wieder! Ermöglicht euren Kindern, die Großeltern zu sehen, selbst wenn ihr den einen oder anderen Knatsch mit ihnen habt. Sie bedeuten so viel im Leben und es kann so schnell anders kommen als man gedacht hat. Ende der Story. Keine Pointe. Und jetzt macht Pläne oder nehmt gleich den Hörer in die Hand!

  3 comments for “Stopover in der Vergangenheit – und jetzt ruf Deine Eltern an!

  1. 5. August 2012 at 22:53

    Weiß aus eigener, leidiger Erfahrung, wie viel recht Du hast!

  2. ichhebgleichab
    6. August 2012 at 07:54

    Ich beneide Dich ein bißchen.
    Meine Großeltern habe ich nur ein- oder zweimal im Jahr für einen Nachmittag gesehen. Da kam nie ein herzliches Verhältnis auf. Die Eltern meiner Mutter waren außerdem mehr mit Streiten beschäftigt und meine Schwester und ich haben immer nur halb soviel Geld in der Geburtstagskarte gehabt wie meine Cousine. Schließlich waren wir ja zwei. Die Stiefmutter meines Vaters war dagegen mit Lästern und Selbstdarstellung ausgelastet und ansonsten voll falscher Freundlichkeit. Eigentlich mochte ich den Vater meines Vaters noch am liebsten. Aber der ist als Erster gestorben.
    Alles in allem habe ich keine besonders positiven Erinnerung an meine Großeltern. Sie haben schlicht keine Rolle gespielt und eher im normalen Lebensablauf gestört (Besuchsstreß).

  3. 16. Oktober 2012 at 19:34

    Südtirol ist toll! Waren auch in Mölten auf einem Bauernhof, traumhaft.
    Was Großeltern angeht..wir beherzigen das bei unserem Sohn sehr (mehr geht leider nicht mehr) und können das hoffentlich noch lange so weiter machen :-)

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