Foursquare – eine Liebeserklärung

FoursquareSituation 1: In der Stuttgarter Fußgängerzone sitze ich zusammen mit Freund und Kollegen Christian und genieße ein Kaltgetränk. Eine Foursquare-Meldung plöppt auf. Da ich meine Alerts für die meisten Kontakt so eingestellt habe, dass mir nur Checkins in der Nähe angezeigt werden schwemmt nicht Foursquare nicht zu mit Meldungen.

Jan Theofel ist um die Ecke. Er hat im Kino eingecheckt und dem Text beim Checkin ist zu entnehmen, dass er noch davor wartet. Ich entschuldige mich kurz und gehe die 150m um die Ecke und begrüße Jan kurz. Wir haben uns eine Weile nicht gesehen. Sein Begleiter ist mehr als verdutzt.

Situation 2: Nach Feierabend gebe ich mich der magischen Schwerkraft meines Sofas hin, die jene aller umgebenden Orte um ein vielfaches übersteigt. Plöng. Daniel Rehn hat im Panino eingecheckt. Das Lokal ist von meiner Haustür ca. 80m entfernt und verfügt über einen angenehmen Außenbereich, in dem es sich trefflich treffen lässt. Daniel weiß genau, dass ich leicht zu triggern bin und schaut nicht einmal überrascht, als ich auf ihn zu gehe. Eher zufrieden á la Hanibal ‚Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!‘

Zwei Situationen, aber eine entscheidende Parallele: Ich habe den Location Based Service Foursquare verwendet, um einen geschätzten Menschen real zu treffen. Dererlei Begegnungen gab es schon einige, nicht wahr, Saim? Für Mayorships kann ich mir nichts kaufen – jaja, Specials für den Mayor eines Ortes gibt es hier und da, aber doch viel zu selten als das das in Deutschland eine Relevanz hätte. Allenfalls dienen mir Mayorships als kleine sportliches Vergnügen wenn es darum geht, das Lieblingsrestaurant zu verteidigen. Und auch die Tips, die an Orten hinterlassen werden sind schnell gelesen und verbraucht. Badges? Well, nett und bunt, aber das war es auch schon.

Checkins werden zum Alltagsreflex, die der anderen werden zum Hintergrundwissen, wer sich wo herum treibt und wer welches Lokal schon kennt und davon berichten kann. Was Foursquare für mich aber noch viel spannender und so wertvoll macht ist, dass es mir bisher schon so viele reale Begegnungen ermöglicht hat. Begegnungen, die ohne die Freizügigkeit, was meinen Aufenthaltsort und den meiner liebsten Kontakte nicht zustande gekommen wären. Menschen, die ich nur deshalb kennen gelernt habe, weil ein Kumpel in der Nachbarschaft beim Italiener eingecheckt hat und ich zum Hallo sagen kurz vorbei geschaut habe. Begegnungen, die Spuren hinterlassen haben. Und das ist mir die Großzügigkeit mit meinen Daten mehr als wert!

Update (nachdem der @ste7130 grad den Tweet zum Post gefavt hat fiel es mir wieder ein): Situation 3 – auch wenn es eine Gowalla-, somit aber trotzdem eine LBS-Situation war – war großartig: Auf einer Geschäftsreise nach Hamburg habe ich meinem Spieltrieb folgend an jedem ICE-Halt Items abgelegt und eingesammelt, nur um wenig später einen Tweet von Steffen zu lesen, dass ich wohl hier vorbei gekommen sein müsse, da alles voller Items von mir liegt. Kurzschluss per DM mit dem Ergebnis, dass wir am Abend gemeinsam mit seiner Süßen in Hamburg lecker gespeist haben. Hach!

  14 comments for “Foursquare – eine Liebeserklärung

  1. 6. April 2013 at 20:08

    Grade mal nachgeguckt: Wo genau stellt man ein, dass man nur Check-in-Plingplongs von Freunden bekommt, die _in der Nähe_ einchecken? Jeden meiner Kumpel-Check-ins mag ich nicht mit Ton gemeldet bekommen – aber wenn wirklich einer mal um die Ecke ist, gerne. Ansonsten: so macht 4sq am meisten Spaß da geb‘ ich Dir rundherum Recht!

    • 6. April 2013 at 21:18

      Das kannst Du je Kontakt individuell einstellen. Ganz so, wie es Deinem Interesse im RL entspricht… :-)

      • teecee
        23. Mai 2013 at 09:31

        „in der Nähe“ ist doch default (zumindest ist bei mir bei allen Freunden eingestellt).
        Ich hab die Benachrichtigungen für 4SQ nach diesem Artikel noch mal entsperrt.
        Das Ergebnis sind gefühlte 100+ Benachrichtigungen täglich von meinen Freunden in ganz Stuttgart …

        Karsten, was ist denn bei Dir „in der Nähe“: 500m? ganz Frankfurt?
        Oder hast du deine Freunde auf 5 „gute Freunde“ reduziert ??

        • 23. Mai 2013 at 10:45

          Puh, kann ich ich gar nicht genau sagen. Ich hab das über die Zeit letztlich so getuned, dass ich es je Person an/ab/ oder für in der Nähe eingestellt habe.

          • teecee
            23. Mai 2013 at 12:59

            welcher Radius ist denn bei dir „in der Nähe“ (geschätzt/gefühlt).
            Ich schätze, die ganze Stadt, also auch mal 25km …

            • 23. Mai 2013 at 13:03

              Kann ich Dir nicht sagen. Wenn ich darüber nachdenke habe ich spontan den Eindruck, dass das so ein bisschen variiert, je nachdem wieviele Kontakte in der Nähe sind.

  2. 6. April 2013 at 20:26

    Gute Idee, gleich mal entsprechend verstellt.

  3. jke
    6. April 2013 at 20:45

    So muss das!

  4. 7. April 2013 at 09:26

    Schöner Artikel! Ich finde die Vorteile von foursquare auch um ein vielfaches bedeutender, als das (meist typisch deutsche) Datenschutzgejammer. Weiterhin frohes Einchecken :)

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