Zieh! – Eine Liebeserklärung ans Geocaching

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Man stelle sich vor: Eine Kreuzung in einem Wohngebiet. Keine Passanten zu sehen, nur meine Freundin, die gerade von mir unter einem Straßenschild Dirty-Dancing-reif angehoben wird und daran herumnestelt. Ein Radfahrer erscheint aus dem Nichts und ruft uns lachend ein anfeuerndes „Zieh!“ zu.

Die Erklärung ist ganz einfach: Die Geocaching-App hat das Schild als Nullpunkt, als Standort eines Caches angezeigt und in der Beschreibung war der Hinweis, dass es hilfreich sei, größer als 1,80 m zu sein. Das sind wir  beide nicht und wir mussten improvisieren. Aber vorher wird geschaut, dass keine Muggels in der Nähe sind. So werden in Anlehnung an Harry Potter jene genannt, die nicht eingeweiht, also keine Geocacher sind.

Woher der Radfahrer so schnell kam, haben wir nicht sehen können, weil wir mit dem Cache beschäftigt waren. Und offensichtlich war auch der ein Cacher und wusste, was wir dort taten –  darum der wissende Zuruf.

Vor einer Weile habe ich Geocaching für mich entdeckt. Das sind kleine Schätze mit Logbuch, die überall versteckt sein können.

Was ist so schön am Cachen? Die Suche nach den kleinen Dosen und Schächtelchen bringt einen an interessante und sehenswerte Orte, an die man sich sonst nie begeben hätte. Einmal haben wir einen Cache im Bregenzerwald gesucht und die Koordinaten deuteten auf einen vermeintlichen Hügel hinter einer Kirche. Auf direktem Weg war der Nullpunkt schwer zu erreichen, zumal mit Kindern. So wollten wir die Suche gerade abbrechen, als ich dann noch einmal durch einen Brennnesselwald um den Hügel herum ging und eine versteckte Höhle entdeckte, die gefüllt war mit ausrangierten Grabsteinen und Metallskulpturen, die zuvor den Friedhof geschmückt haben. Nie im Leben wäre ich durch dieses Gebüsch gekrochen, wenn wir nicht auf der Suche nach dem Cache gewesen wären, der sich dann in einer Vertiefung der Höhlenwand befand.

PferdebahnOder gestern: Die Suche nach einem Cache führte uns in einen Hinterhof, in dem Schienen im Kopfsteinpflaster eingelassen waren. Die alte Pferdebahn von Marburg! Heben (finden und den Fund loggen) konnten wir den kleinen Racker nicht, weil wir sofort unter Beobachtung eines mißtrauischen Anwohners waren, interessant war der Fund allemal!

Und die Suche mit Kindern macht gerade noch mal so viel Spaß! Wenn die Sechsjährige mit dem Kompass und der Entfernungsanzeige zielstrebig durch das Feld stapft (obwohl offensichtlich ist, dass ein Weg über eine Kurve auch dorthin führt) und dann erst die Freude beim Fund! Der Große hat mittlerweile den routinierten Blick und findet Caches mittlerweile gern mal schneller als ich.

Selber Caches legen (wie z. B. den hier)  ist auch großartig. Eine interessante, schöne Stelle suchen, Dose mit Logbuch bestücken und ab dafür. Bei jedem Log, einem Besuchereintrag freut man sich wahnsinnig! Man lernt übrigens auch schnell Menschen kennen. Vorzugsweise jene, die ebenfalls krampfhaft unauffällig um einen scheinbar beliebigen Ort herumschleichen, der einen Cache beherbergt.

Was braucht man zum Cachen?

Zuerst registriert man sich auf geocaching.com. Zugrunde liegt der Datenbank jene von Groundspeak und ist de facto DIE Geocaching-Datenbank. Dann kauft man sich die App für sein Smartphone, loggt sich ein und los geht es! Für den Anfang sind die Caches mit den grünen Icons die Geeignetsten, denn diese stellen tatsächlich physisch vorhandene Caches dar, sogenannte Treadis (Traditionals). Andere Typen von Caches sind Teile von Rätseln etc. und etwas komplizierter. Das muss ich mir selbst noch erarbeiten. Später kann man sich ein Navi zulegen, um präziser unterwegs zu sein. Das iPhone z. B. hat bei der Positionsanzeige min. 5m mögliche Abweichung. Im Wald kann das noch mal ungenauer werden. Spätestens beim Legen von Caches ist es hilfreich ein Navi zu haben, denn Präzision ist hier dann die Höflichkeit gegenüber den Suchenden. Wenn es freie Sicht auf den gelegten Cache gibt kann man sich aber auch mit Google Maps behelfen.

Also: Viel Spaß beim Cachen! Mein Profil bei Geocaching.com findet ihr hier.

Als Motivation hier ein paar Bilder des größten Caches, den wir (jaja, der Junior) gefunden haben:

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  2 comments for “Zieh! – Eine Liebeserklärung ans Geocaching

  1. 8. Juli 2014 at 15:34

    \o/ Ich bin noch kürzer aber auch mit großem Spaß dabei.

  2. 6. August 2015 at 14:03

    Ich bin auch begeisterter Geocacher! Es ist einfach schön draußen zu sein und etwas zu unternehmen.

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