Blablacar – eine Zwischenbilanz

BlaBlaCarBlablacar – über den Namen kann man streiten. Aber eigentlich auch nicht. Der ist doof. Aber der Service, den Blablacar anbietet ist großartig! Ich bin in den letzten Monaten einige Male vom Bodensee nach Rhein-Main mit dem Auto gefahren. Das geht ins Geld – eigentlich. Es sei denn, man bietet die Fahrt auf der Seite an, fügt ein paar potenzielle Aufnehm- und Absetzpunkte und lehnt sich zurück.

Wenn man das ein paar Tage vorher macht, dauert es nicht lange, bis die ersten Anfragen eintrudeln und man Mitnahmen vereinbaren kann.

Nach und nach verringert man dann die Zahl der angebotenen Plätze, bis man ausgebucht ist. Bei den Preisen je Etappe gibt es zum Glück idR keine Diskussion, da Blablacar einen Preis vorschlägt, den man in überschaubarem Rahmen anpassen kann.

Und wenn es dann soweit ist wird es interessant. Die genauen Treffpunkte vereinbart man mit jedem Mitfahrer einzeln. Allerdings gebe ich bei der Veröffentlichung jene an, die für mich ok sind. Beim Anbieten der Fahrt kann man angeben, ob und wie weit man bereit ist, einen Umweg zu fahren.

So und dann wird es interessant: Die Mitfahrer!

Das ging los beim frischverheiratetem Jüngling, der die gesamte Besatzung mit seiner Schilderung seines Heiratsantrags verzückte. Da war die 60-jährige Lehrerin, die fitter im Kopf war als die meisten Mitfahrer in meinem Alter. Da war die Studentin, die meinte barfuß im Schneidersitz Platz nehmen zu können (Öhm…. Nein!). Da war der Panamericana-Planer, der auf dem Weg war, seinen Reise-LKW abzuholen. Da war der vermeintliche Mädelsname, hinter dem sich ein 1.90m Albaner verbarg, der herzenslieber Altenpfleger im Krankenhaus meiner Geburt ist. Da war die Mitfahrerin, die beim Tankstop eifrig raus sprang und die Frontscheibe putzte. Da war der Typ, den ich noch über das eigentliche Ziel mit nahm – samt seiner Freundin, und der es nicht für angemessen hielt, mal 1€ aufzurunden. Da war die superangenehme wiederholte Langstreckenmitfahrerin, mit der ich schon vorab per Whatsapp auskegele, wann ich fahre. Aber es gibt auch jene, die morgens panisch um einen Platz betteln, ich diesen reserviere und die sich dann einfach nicht mehr meldet. Aber das ist zum Glück die Ausnahme.

Zum Geld: Blablacar ist in Deutschland derzeit kostenlos – sowohl für Fahrer als auch Mitfahrer. Die Preise, die Blablacar vorschlägt und im gewissen Rahmen anpassen lässt, sind ok. Geografisch bin ich auf dem Weg nach Norden klar im Vorteil: Ich tanke in Österreich für rund 20ct günstiger als in Deutschland das Auto voll, wobei wohl deutsche Spritpreise zugrunde gelegt werden. Auf dem Rückweg trifft es mich dann wie jeden anderen auch.

Fazit: Die Fahrten sind für mich mit Mitfahrern deutlich angenehmer, weil ich nicht so stur auf die Straße stiere und mich dadurch auch nicht so verspanne. Ich hatte mehrheitlich absolut großartige Mitfahrer, die ich jederzeit wieder mitnehmen und für manche auch Umwege fahren würde. Von den tollen Gesprächen ganz abgesehen. Und rechnen tut es sich für mich allemal. Coole Sache! :-)

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