Unfreiwillig mehrsprachig

Gerade bin ich über einen interessanten Artikel gestoßen, den Werner Prüher über ein neu erschienenes Rechtschreibbuch geschrieben hat:

Dr. Fröhler erklärte, dass unsere Schüler ja eigentlich drei Sprachen lernen: Zuerst den Dialekt (Wien, Vorarlberg, usw.), dann die sogenannte Hochsprache und zuletzt die Sprache, die man schreibt. Der Dialekt ist individuell, wir sprechen eigentlich “Fata”, schreiben aber “Vater”, wir sagen “Gemma ham” und schreiben “Gehen wir heim”, wir sagen “Pazi-ent” und schreiben “Patient”. Das Abbild der Wörter entspricht nicht der Sprache. Und diese Unterschiede bestehen bei fast allen Wörtern. Aus genau diesem Grund schreiben Kinder falsch, die gut hören. Ebenso ist unsere Rechtschreibung in sich völlig unlogisch, deshalb sagt Hr. Fröhler: “Wer gut denkt, schreibt auch falsch.” Man stelle sich eine Migrantenfamilie vor, die nach Vorarlberg zieht, dort den Dialekt, hochdeutsch und die Schreibweise lernt und dann nach Wien übersiedelt. Das nennt man dann lifelong-learning.

Ich bin ja mal gespannt, wie das bei meinen Kindern wird. Der große ist 3 Jahre im (mehr oder weniger) hochdeutschen in Frankfurt aufgewachsen, die Kleine wird’s im Ländle lernen.

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