Der lange Weg zum iPhone

SauerPHONENicht wirklich auf den Punkt, das musste alles mal gesagt werden…

Meine bisherige Haltung zu Apple

Vorweg – Ich bin kein Apple-Fanboy. Bin ich nicht und werd ich nie. Allein das Wort klingt schon viel zu bescheuert. Aber an dieser Stelle muss ich mich mal zu meinem langem Weg zu iPhone auslassen.

Apple war mir schon immer suspekt. Das war immer so eine exotische Parallelwelt zum PC, die die Nase immer ein Stückchen im steileren Winkel trug. Und wenn ich mir die Verbreitung von Apple-Systeme ansah dachte ich mir immer: Na, wenn es so gut ist, warum nutzen nicht viel mehr deren Rechner? Aber wenn es immer nach der Qualität ginge hätten wir damals alle Betamax verwendet und nicht VHS.

Was mir später beim Stichwort ‚Apple‘ auf den Zeiger ging war, dass ich den Eindruck hatte, die mir bekannten Apple-User (bis auf den Admartinator – mit dem habe ich ja dank Twitter seit ein paar Monaten erst wieder richtigen Konkakt) sind nur auf dem Trip, um sich möglichst gegenüber den vielen PC-Usern abzuheben. Abgrenzung durch Beitritt zu einer Randgruppe? Naja, in absoluten Zahlen betrachtet kann man wohl kaum von einer Nische sprechen. Das hat mir Apple nicht sympathischer gemacht.

Was ebenfalls nicht dazu beigetragen hat war mein Erlebnis, einmal ein CMS anhand eines Macbooks aufzusetzen. Zugegeben – es war ein älteres Modell (der Mac, nicht das CMS) und mein neben mir sitzender First-Level-Support war mit meinen Rückfragen reichlich überfordert: „Wie, FTP? Dateien ins Internet schieben? Da gibt es was mit einem Hund, glaube ich!“. Naja, nach einem Dreifachen der üblichen Zeit habe ich auch das geschafft.

Episode iPod

Nach langem Hadern habe ich mir letztes Jahr einen 160GB-iPod gekauft (zum Glück online – Stichwort 14-Tage-Rückgaberecht). Ziel war, meine vielen auf shift.tv aufgezeichneten TV-Serien immer bei mir zu haben. Da ich viel mit der Bahn reise ist Portable-Entertainment ein echtes Thema für mich. Ausserdem hat mich dieser Handschmeichler im Mediamarkt schon immer angemacht.iPod versus Archos

Nunja. Soviel zur Theorie. Entnervte (gefühlte) 10 installierte und wieder deinstallierte Konvertierungsprogramme und viele Stunden an Testläufen später habe ich das Gerät wieder eingesendet und mich eines Archos 504 bedient, der hervorragende Dienste leistet! Apple und ich wurden immer noch keine Freunde. Davon, dass das iPod-Menü alles andere als intuitiv ist ganz zu schweigen. Den Blopost dazu ist hier nachzulesen.

Feuer gefangen

Kurz nach Erscheinen der ersten iPhones habe ich in einem überfüllten Zug Erstkontakt zum Gerät gemacht. Der gute Mann neben mir hat seines gerade seinen Kollegen vorgeführt, als er meinen neugierigen Blick auffing und mir anbot, ein wenig damit herumzuspielen. Und die Handschmeichelei, die der iPod angefangen hat wurde mit dem iPhone zur Handschmuserei. Hmmm. Multitouch und die Blätterei durch Fingerwischen haben ihre Spuren bei mir hinterlassen. Ab dem Zeitpunkt hatte ich ein äußerst ambivalentes Verhältnis zum iPhone. Neid auf jeden, der eines sein Eigen nennen durfte, abgeschreckt von den horrenden Tarifen der T-Mobile. Ausserdem war da ja noch meine lang gehegte Abneigung gegen die Marke.

Was mir die Marke übrigens nicht gerade sympathischer machte war ein Zitat das mir @krahe vorlegte in dem es sinngemäß hieß: Apple vergleicht sich nicht mit anderen Firmen sondern versucht einfach so am Besten zu sein. Das klang für mich zunächst mal nach Angst vor dem Vergleich. Aber je länger ich mein iPhone nun habe, desto mehr verstehe ich diese Aussage. Ein direkter Vergleich mit anderen Smartphones ist schlicht nicht möglich. Allein, das iPhone ein Smartphone zu nennen klingt in meinen Ohren schon schräg.

Natürlich lassen sich Tabellen mit Features aufstellen und jeweils Häckchen und Kreuzchen setzen. Aber der Vergleich hinkt einfach, weil das iPhone Dinge kann und tut, die kein anderes Gerät beherrscht! Und diese Features werden nie zum Vergleich herangezogen – bisher jedenfalls nicht. Statt mich jetzt in technischen Fachbegriffen zu verlieren sage ich nur: Spaß an der Bedienung. Das Gerät ist Lifestyle – so hohl ich den Begriff ansonsten finde, aber das Teil macht den Alltag netter.

Evangelist, der ich bin.

Momentan macht es mir einen Riesenspaß, andere beim selben Entscheidungsprozess für den Kauf eines iPhones zu beobachten und in die entsprechende Richtung zu bearbeiten.  Wunderbares Prachtexemplar: Der Oliver G. Wiederholt hat er bei pl0gbars mit dem iPhone herumhantiert und da habe ich es live erleben können: Seine Pupillen weiteten sich unmerklich und nahmen die Form von kleinen Äpfelchen und einen seltsamen Glanz an!

Tweetie-TimelineUnglaublich, aber so muss das bei mir auch ausgesehen haben, als mir @gissmog seines mit den Worten überließ „Meld Dich mit Tweetie mal an und schau Dir Deine Twitter-Timeline mal am iPhone an“. Das war bei mir nämlich der Moment, von dem es kein zurück gab. Der Verstand versucht, noch eine Weile es mit eilig zusammengestellten Featurelisten mit Erfüllungsgrad und Priorisierung schlecht zu machen, aber Äpfel lassen sich so schlecht mir Häckchen vergleichen!

Die glänzende Glas-Oberfläche, das abgerundete, präzise verarbeitete Gehäuse, die Intuitive Bedienung (Yep – beim iPhone scheints endlich damit zu klappen. Danke, Apple!) tun ihr Übriges. Und wenn man im App-Store dann die ganzen z.T. sinnlosen aber spaßbringenden Apps entdeckt ist das Spielkind im Manne schon überzeugt. Dann ist es vorbei mit der Sachlichkeit.

3445271960_628948c6f5Und auch Du – Oliver wirst auf Dauer diesen Kräften erlegen sein. Da bin ich fast sicher! Je früher Du nachgibst, umso länger hast Du Spaß an Deinem neuen Lieblingsspielzeug! Und bis dahin werde ich Dich regelmäßig in diese Richtung bearbeiten. Versprochen!

Update 18.05.09: Ein wunderbarer Song eines angehenden iPhone-Konvertiten gibt es in der Rede von David Pogue bei TED. Ab Minute 24 geht es los.

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