Vertrauen ist gut. Punkt.

Happy sitze ich hier, habe mein Macbook auf dem Schoß uns denke schmunzelnd über den Beschaffungsvorgang dieses Prachtstücks nach und kann nicht anders, als die Story mit euch zu teilen. Einige von euch, die mit auf Twitter folgen hatten es schon mitbekommen: Ich wollte ein Macbook Pro. Wochenlang habe ich gehadert, ob es wirklich brauche und welchen Preis ich bereit bin, dafür auszugeben.

Ihr hättet die Excel-Sheet sehen sollen, die ich zur Gegenüberstellung der unterschiedlichen Angebote angefertigt habe. Was da alles gegenüber gestellt werden musste: Firmenrabatt, Amazon, Family&Friends-Programm…

Der entscheidende Hinweis kam per Twitter durch Thorsten Maue (@tmmd). Für €899 sei das gute Stück bei jedem Saturn ab der folgenden Woche in Österreich erhältlich. Luftsprung Sauer. Luftsprung Ende wurde eingeleitet durch die Erkenntnis, dass der nächste Saturn in Innsbruck ist und ich nun mal weiter westlich mein zweites Zuhause habe, ausserhalb einer vernünftigen Reichweite zur nächsten Filiale. Was tun?

 

 

Wieder Twitter. Die Frage, die mir durch den Kopf schoss: Wen kenne ich dort? Also im Osten Österreichs. Vorzugsweise in Wien, weil erstens jeder vierte Österreicher dort lebt, was die Chance erhöht jemanden dort zu kennen.  Und weil es dort mit Sicherheit mehrere Saturn-Märkte gibt. Wen könnte ich fragen bitten, für mich im nächsten Saturn eines der Schnäppchen für mich einzusammeln? Meine Wahl fiel auf einen Exil-Vorarlberger, der in Wien arbeitet: @morgenstille. Warum gerade auf einen Vorarlberger? So wie ich ‚die Vorarlberger‘ in den letzten Jahren kennen gelernt habe bin ich einfach vom Vorhandensein einer immanenten Handschlagsqualität ausgegangen. Ist das ein Vorurteil – wenn auch ein positives? Meinetwegen.

Gefragt – getan. Unter Einbindung einer weiteren Twittererin (komisches Wort) wurde das gute Stück beim lokalen Saturn erworben. Abends erreichte mich ein Fotogruß meines neuen Prachtstücks. Und das war für mich der Trigger, mal eben jemandem rund €900 zu überweisen, den ich noch nie in meinem Leben gesehen oder wenigstens mal gesprochen habe. In dem Moment dachte ich mir schon: Was tust Du da eigentlich? Aber das fragte ich mich mehr in einer beobachtenden, anmerkenden Weise als dass ich die Tat wirklich in Frage stellte.

Vertrauen. Ein großes Wort. Aber in dem Moment habe ich mir einmal etwas mehr Gedanken über diesen viel verwendeten Neunbuchstabenbegriff gemacht, der in der Werbung regelmäßig ein Stück weiter abgenutzt wird. Und ja: augenscheinlich mag es ein Wagnis gewesen sein, den Betrag mal eben los zu schicken. Aber war es das wirklich? Ich ‚kannte‘ Johannes schon eine Weile über Twitter, kannte seinen Klarnamen und habe meine guten Erfahrungen mit dem Menschenschlag im Ländle einfach auf ihn übertragen. Und so war für mich nie wirklich die Frage OB ich das durchziehe, sondern wie ich dabei darüber denken würde.

Der Transport war dann die nächste Herausforderung. UPS? Post? Ach, was: Man kennt sich und ein weiterer Exil-Vorarlberger – witzigerweise der Manager der HMBC, deren Video ‚Vo Mello bis ge Schoppornou‚ bei mir auf heavy Rotation läuft hat letztlich den Transport geleistet. Die Übergabe erfolgte standesgemäß gegen einen Sechserträger Mohrenbräu.

Warum erzähle ich euch das? Einfach: Mir ist bei der ganzen Aktion klar geworden, wie wichtig Vertrauen ist! Jeder von uns hat sicherlich aktiv und passiv was das Thema betrifft schon optimierbares erlebt. Aber eines ist durch dies Aktion für mich klar geworden: Ich WILL vertrauen und ich WERDE vertrauen. Zugegeben – ich habe mir zwischendurch den Worst Case ausgemalt und überlegt: Was, wenn meine €899 jetzt einfach in den Wind geschossen sind? Rechtlich hätte ich sicher recht nackig da gestanden. Die Antwort, die ich mir selbst gegeben habe: So what? Ich zahle lieber Lehrgeld, als dass ich davon abrücke daran zu glauben, dass es funktioniert. Dass man dem Wort anderer einfach glauben und sich darauf verlassen kann. Es wäre für mich unvorstellbar, dass das nicht mehr möglich sein sollte.

Und zu guterletzt noch einmal allergrößten Dank an Johannes. Für die geile Aktion mit dem Macbook zum einen und zum anderen, dass er mich darin bestärkt hat, dieser Linie zu folgen. Du hast was gut bei mir, Digga! :-)

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