Twitter-Starterkit

Twitter

Twitter erklären? Schwierig. Man kann viel darüber reden, aber begreifen und den Spaß daran nachvollziehen kann man erst, wenn man ein wenig Zeit investiert. Typisch ist, dass es erst kurz Spaß macht, dann fremdelt man eine Weile aber dann zündet es! Weiterhin ist es hilfreich, wenn man sich überwinden kann, etwas persönliches von sich preiszugeben – ja, im wilden, bösen Internet. Aber es lohnt sich.

Zuallererst einmal muss man sich bei Twitter registrieren

Wer zunächst recht anonym twittern möchte kann sein Profil so einstellen, dass nur der Nickname angezeigt wird. Klarname, Website, Location etc. sind optional.

Registriert? Wunderbar. Damit zunächst mal eine interessante Timeline zustande kommt empfehle ich, gleich mal einer Handvoll Twitterern zu folgen. Wie? Schaut mal in die Liste derer, denen ich folge. Sicher sind auch für euch interessante Leute dabei!

Neue Followings (oder wie auch immer ihr die zu verfolgenden nennen möchtet) findet ihr über die Following-Schar derer, denen ihr folgt. Oder schaut auf @-Replies eurer Lieblings-Verfolgten und schaut euch einfach deren Profile und die letzten Tweets an. So wächst und gedeiht mit der Zeit eine interessante Timeline.

Selbstvergessen, wie ich manchmal bin: Mir kannst Du natürlich auch gern folgen.

Erwartungshaltung

Wenn man seine ersten Tweets schreibt darf man nicht enttäuscht sein, wenn niemand darauf reagiert. Twitter ist kein Chat-Tool, bei dem man eine 1:1- oder 1:n-Unterhaltung führt. Es ist wie ein Tischgespräch, bei dem manchmal darauf eingegangen wird, was man sagt bzw. schreibt. Manchmal aber auch nicht. Trotzdem kann man sich gewiss sein, dass es gelesen und wahrgenommen wird. Wenn einem jemand auf einmal nicht mehr folgt sollte man nicht in Tränen ausbrechen, sondern lesen, was followen (nicht) bedeutet.

Eure persönliche Privacy Policy

Macht euch nicht so viele Gedanken, was ihr twittern wollte, aber macht euch bitte sehr intensiv Gedanken, was ihr NICHT  twittern wollt!

Thema Job:
Wollt ihr offenbaren, für wen ihr arbeitet oder nicht? Wenn ihr u. a. über eure Arbeit twittern wollt überlegt euch, wo die Grenze von kritisch zu negativ ist, denn letzteres kann richtig in die Hose gehen !

Thema Gesundheit:
Erstens interessiert sich die Mehrheit der Leute auf Twitter nicht für jede Befindlichkeitsmeldung, zum anderen wollt ihr sicher nicht öffentlich dokumentieren, wenn ihr z. B. den halben Winter krank seid – mal ehrlich: Was soll da euer potenzieller neuer Arbeitgeber drüber denken, und der liest potenziell mit oder kann entsprechende Tweets in eurer Vergangenheit suchen.

Thema Familie:
Geht es wirklich jeden etwas an, wieviele Kinder oder welchen Familienstand ihr habt? Bilder von den Kindern auf Twitpic o. ä. hochladen?

Thema Tonalität:
Wollt ihr ein Komplettpaket liefern mit allen Höhen und Tiefen? Oder vielleicht doch lieber mit einer starken positiven Betonung?

Weitere Hilfestellung bei den Überlegungen gibt vielleicht mein Blogpost  Social Zwiebel, Personal Privacy Policy und die fünf Wahrheiten über Privacy.

Wichtige Stichworte bei Twitter

  • Tweet: Das ist die 140-Zeichen-Nachricht, Du schreibst.
  • Timeline: Das ist die spaltenweise, chronologische Darstellung der Tweets.
  • Hashtag: Mit dem Lattenkreuz/Hash-Symbol ‚#‘ direkt, also ohne Leerzeichen vorangestellt kann man Schlagworte in den Tweet packen, um seinen Inhalt würzen oder den Kontext erst herstellen, in dem er gemeint ist. Beliebtes Stilmittel. Beispiel: #starterkit
  • @Reply: Ist die öffentliche Antwort an Dich. Sie ist für alle Follower des Schreibenden sichtbar, die auch Dir folgen. Wichtig ist, dass das @ direkt vor dem Namen dessen steht, dem man antworten will!Wenn Du möchtest, dass ALLE Deine Follower sie sehen und nicht nur die, die auch dem folgen, den Du ansprichst, füge einen Punkt direkt vor das @ ein. Beispiel: „.@sauerstoff Dein Starterkit hängt bei mir im Büro an der Wand“.Achtung, jetzt wird es technisch: Allerdings wird darüber die sogenannte ‚Reply-Chain‘ gebrochen und der (technische) Bezug zum Tweet, auf den man antwortet ist verloren. Das führt dazu, dass man den ‚In-reply-to‘-Link nicht angeboten bekommt und in Clients, die den vollständigen Dialog über viele Replies hinweg auf einen Blick darstellen können, wird der Dialog an der Stelle abgebrochen dargestellt und ein Neuer beginnt, falls geantwortet wird.
  • DM: Ist eine Direct Message. Sie ist nur für Dich als Empfänger sichtbar. Du kannst Sie mit d[Leerzeichen]Benutzername[Leerzeichen] direkt im Eingabefeld erfassen, oder dafür die Funktion ‚Direct Messages‘ verwenden. Wichtig: Auf die Mail, die Dir zur Benachrichtigung gesendet wird kannst Du nicht (sinnvoll) per Mail antworten! Sie kam und geht dann an den Mailserver von Twitter!
  • Duzen: Wo ich das hier schreibe fällt mir auf, dass ich in das Duzen verfalle. Auf Twitter wird geduzt, fertig! Nur meinen Chefchef, der mir auch folgt – den sieze ich. Nunja…
  • Spamfollower: Das sind Leute, die einem nur folgen, um wiederum selbst zurück gefolgt zu werden. Meist sind dann nur ein oder zwei Tweets zu finden, die auf eine externe Seite locken. Ab einem Followee/Follower-Verhältnis von 10:1 (Beginnend so bei bei 50:5) würde ich skeptisch werden. Diese Spamfollower bitte direkt durch die Eingabe ‚d spam @spammername‘ an Twitter melden. Zuvor musst Du dem Twitter-User ‚spam‚ folgen. Keine Sorge, das ist ungefährlich, im Gegenteil nützlich!
  • Twitpicen: ist das Posten eines Bildes bei www.twitpic.com, das dann (bei richtiger Einstellung) als verlinkter Tweet auch bei Twitter erscheint. Twitpic ist de facto das Imaging-Tool für Twitter. Achtung: Umlaute in Kommentaren vermeiden! TwitPic schneidet ab dem Umlaut/Sonderzeichen ab!
  • Twhirl, Tweetdeck etc. : Das sind Applikationen, mit denen man Twittern kann. Manche (ich zum Beispiel) verwenden am Liebsten  das normale Web-Frontend. Am iPhone rockt Echofon (früher ‚Twitterfon‘).
  • Foursquare/Gowalla/Dailyplaces/Loca.li etc.: Das sind Dienste, mit denen Du Orte anlegen, an Orten einchecken und dies gleich per Twitter bekannt machen kannst. Riesenspaß – muß man ausprobieren. Oder z. B. hier mal lesen.
  • Blocken: Blocken bringt streng genommen gar nichts, weil es nur im eingeloggten Zustand relevant ist. Sprich: Wenn ich eingeloggt bin und auf die Seite eines Twitter-Users gehe sehe ich seine Tweets nicht. Ich muss mich aber nur ausloggen, um trotzdem an die Tweets zu kommen. Anonyme Besucher sehen den gesamten Stream, können ich somit auch per RSS abonnieren etc.
  • Protecten: Du kannst Deinen Twitterstream auf ‚Protected‘ stellen. Dann ist Dein Stream nur für ‚akkreditierte‘ Follower sichtbar, müssen Twitterer, die Dir folgen wollen erst mal einen Request schicken. Wenn Du Deinen Account irgendwann von der offenen Variante (Standard) auf ‚protected‘ umstellst sind alle bisherigen Follower automatisch mit an Bord. Aber nicht wundern: @Replies an Leute, die Du (noch) nicht zugelassen (‚accepted‘) hast können von diesen nicht gesehen werden!
  • Löschen von Tweets: Tweets können zwar wieder gelöscht werden – bringt aber nur oberflächlich etwas. In der Timeline nicht mehr sichtbar ist er trotzdem – zumindest eine Weile – über die Suche zu finden. Also vorsichtig mit allzu gedankenlosen Äußerungen!
  • Gnihihi: Kleines, gemeines Lachen.
  • Muahahaha: Größenwahnsinniges Lachen, Urheber strebt Weltherrschaft an.

Für Fortgeschrittene

  • Re-tweeten: Ist das Wiederholen des Tweets eines anderen, der somit für Deine Follower-Schaar sichtbar wird und nicht ’nur‘ für die des ursprünglichen Twitterers. Je nach Schnittmenge der Following-Konstellationen kann es passieren, dass man viele Retweets des selben Tweets sieht. Das ist normal. Nachtrag: Beim Retweeten den ursprünglichen Tweet unverändert lassen und ihn allenfalls vor dem ‚RT‘ oder durch eine Markierung wie z.B. ‚//‘ erkennbar ergänzen oder kommentieren!
  • Retweetbots: Beim Ansprechen von Retweetbots (wie @stuttgarttweets) darauf achten, dass deren Name zu Beginn des Re-Tweets steht und beim Text abgezogen werden muss! Für Vorarlberg ist gerade @vorarltweets an den Start gegangen.